Vegan durch London: dein Food-Guide

Vegan Doughnut

London ist eines der Epizentren der veganen Bewegung. Hier brodelt und kocht es an jeder Ecke. Im wortwörtlichen als auch übertragenem Sinne, denn in London kannst du nicht nur die ‘veganisierte‘ Variation von allen erdenklichen kulinarischen Welthighlights finden, sondern es ist auch die Wiege der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion und ihrer neugegründeten Schwester-Bewegung Animal Rebellion, die sich unter anderem gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und für den Veganismus einsetzen. Während meiner vier Monate in London konnte ich die veganen Vorzüge der Stadt also so richtig austesten. Hier sind meine Empfehlungen und die heißesten Insider-Tipps zum veganen Schlemmen in London.

 

Vegan Courgetti Spaghetti

Veganes englisches Frühstück, Fast Food, Doughnuts und Street Food. England ist ein Paradies für Veganer*innen und vor allem hat die Multikulti-Stadt London einfach alles im Angebot. Viele Restaurants sind von der asiatischen und indischen Küche beeinflusst – Chicken Tikka Masalla ist immerhin das englische Nationalgericht –, die ja an sich schon sehr vegan-freundlich sind.

 

Die Empfehlungen sind nach keiner Rangordnung sortiert und alle von meiner veganen Freundin und Food-Bloggerin Angela und mir zusammengetragen worden und natürlich selbst getestet. Viel Spaß beim Durchprobieren!

 

Purezza

Klein, aber fein: Purezza ist eine meiner Allzeit-Lieblingspizzerien. Die kleine Pizzeriakette hat eine Filiale in Brighton und eine in Camden, London. Alles, was du hier serviert bekommst, ist vegan – von der Käseplatte als Vorspeise über die Pizzen, Calzonen, Zucchini-Spagetti und Macn Cheese als Hauptspeise bis zum Salted-Caramel Brownie oder der Oreo-Pizza als Nachtisch. Bekannt ist Purezza besonders für seine ausgefallenen Pizza-Beläge: Pesto, Tofu, Aubergine, Zucchini, Seitan, rote Beete, Trüffeln oder Kartoffeln.

 

Als ich das letzte Mal im Purezza in Camden war, hatte ich einen Rote-Beete-Spinat und meine Begleitung eine Trüffel-Pizza mit veganem Mozzarella auf Reisbasis.  Zuvor hatten wir uns die Käseplatte mit Käse auf Cashew-Basis geteilt. Das klingt fancy? War es auch und himmlisch lecker. Die Käseplatte (£11.95) ist groß genug, um sie sich zu teilen und die verschieden gewürzten Käsestücke werden mit etwas Brot und verschiedenen Dips gereicht. Die zwei Pizzen (jeweils an die £14) waren Gerichte aus Purezzas stetig wechselnden Angeboten, welche die Standardkarte saisonal ergänzen. Purezza ist nicht günstig, doch verglichen zu anderen veganen Restaurants in der preislichen Mitteklasse einzuordnen und die Pizzen sind Weltklasse – dünner Boden, dicke, knusprige Kruste und ein saftiger Belag, aus dem man die einzelnen Zutaten herausschmecken kann.

 

Wild Food Café

Wild Food Cafe

Wer im Wild Food Café in Covent Garden speisen will, muss früh sein (am besten vor 12 Uhr). Es ist momentan sehr beliebt und preislich schon etwas teurer, die Portionen sind klein. Wir haben einen Classic Wild Burger (£14.25) und einen Courgetti Spaghetti (Rohkost-Salat aus in Spaghettiform geschnittene Zucchini für stolze £13.75 gehabt. Dazu gab es einen Kombutscha und Golden Chamomile, einen Kamillen-Tee mit Safran, Inger, Kakobutter und Hanfsamen.

 

Farblich ist das Essen ein Augenschmaus. Das Restaurant verwendet ausschließlich regionale Pflanzen und macht von Grund auf alles selbst. So ist auch der Burger-Patti grün und nicht aus Brot, sondern rein pflanzlichen Ursprungs. Gelegen ist das Restaurant im ersten Stock in einer bunten Seitenstraße im Neils Yard.

 

Doughnut Time

Doughnut Time

Wer nach den überschaubaren Portionen des Wild Food Cafés noch etwas Appetit hat, kann wie wir sich seinen Nachtisch bei Doughnut Time holen. Das kann man sich nach so einem gesunden Essen auch gönnen! Die englische und australische Dessert-Kette hat sich speziell auf Doughnuts spezialisiert und glücklicherweise ist die Hälfte ihrer Speisekarte vegan. Verkaufsstellen findet ihr über ganz London verteilt. Jeder Doughnut kostet £4.

 

Die Doughnuts sind groß und ersetzen insgeheim sowohl vom Sättigungsgefühl als auch kalorienmäßig eine gesamte Mahlzeit (oder zwei?) – doch das ist egal. Ich habe bereits das gesamte vegane Doughnut-Sortiment durch und kann euch besonders den David Hassel-Biscoff, ein unverschämt leckerer Dougnut gefüllt mit Lotus Biscoff (ja, genau eine Creme aus Spekulatius!) und den Sia Later empfehlen. Letzterer ist fruchtig süß mit getrockneten Himbeeren. Du wirst keinen Bissen bereuen.

 

Nosteagia

Dank Nosteagia  in North Kensington kann man nun auch die beliebten Bubble-Waffle-Wraps vegan genießen! Das geht natürlich auch im Originalgeschäft BubbleWrapLondon in Chinatown, doch Nosteagia hat mehr Auswahl-Möglichkeiten. Preislich bist du mit £4,50 bis £6 dabei. Wie ich finde ein guter Deal, wenn du mal wieder den Nachtisch zu deiner Hauptmahlzeit machen möchtest.

 

Wulf and Lamb

Wulf and Lamb

„Renne mit den Wölfen und esse mit den Lämmern“. So erläutert Wulf and Lamb seinen für ein veganes Restaurant zugebenermaßen ungewöhnlichen Namen. In der Pavilion Road, gerade hinter dem Sloane Square in Chelsea befindet sich das sehr moderne Lokal. Ich hatte einen The Wulf Burger, ein Brioche Bun mit einem Seitan Burger mit Tomate, Gurke, roter Zwiebel, Cashew-Aioli und Käse auf Reisbasis. Angela hatte den Spicy Veg Burger, ebenfalls ein Brioche Burger mit ähnlichen Zutaten und einem Gemüse-Burger. Beide waren sehr unterschiedlich gewürzt. Beide (je £14.95) kamen mit Süßkartoffel Wedges, hausgemachtem Sauerkraut und Ketchup.  Der Veg Burger war würziger und diverser im Geschmack als mein Seitan-Burger.

 

Dazu hatten wir noch gebratenen Brokkoli, über dessen Zubereitung und Gewürzmischung wir noch bis heute rätseln. So gut war er. Wulf and Lamb ist kein Schnäppchen, doch ein wunderschönes Restaurant mit stilvollem Ambiente und einer Küche, die weiß, wie man mit Hilfe von Gewürzen die einfachsten Gerichte zum Geschmackserlebnis macht.

 

Mildreds

Das Mildreds Vierergespann (Soho, Kings Cross, Camden und Dalston) ist eines der beliebtesten veganen und vegetarischen Restaurants in London. Jedes der vier Geschäfte hat seinen ganz eigenen Charme und Flair, doch sind die alle relativ klein und heimelig. Zu den Stoßzeiten ist oft kein Platz mehr zu finden. Bedient wird hier nach der „first come first serve“-Basis.

 

Ich war öfters dort, doch habe nie einen Platz ohne warten bekommen können, was leider nie in meinen restlichen Zeitplan passte. Doch ich gebe es nicht auf, das Menü ist viel zu verlockend. „Teriyaki Hühnchen“ Burger für nur £9 oder ein Rote-Beete-Burger für nur £8, eine Soul Bowl (Quinoa, Goji Beeren, Kohl, Shiitake, Pilze, Avocado, Sesamkerne und Cashew-Käse) oder ein Karibisches Jerk Tofu (Kokosnussreis, gebratene Kochbanane, Mango-Salat, Avocado, Hanfsamen mit Rum-Guave-Glasur) für jeweils £13 sprechen mein Foodie-Dasein einfach zu sehr an.

 

By CHLOE

Vegane Fish’n Chips? Die findest du auf der Speisekarte des veganen Londoner Restaurants By CHLOE in Covent Garden, Tower Birdge, Oxford Circus oder Peninsula Square. Genauso wie auch Sticky Toffee Pudding, Tuna Sandwich, und Royal Roast. Alles, was die Briten so mögen, nur eben vegan! Ersetzt werden die eigentlichen tierischen Produkte durch Sellerie, Shiitake (japanische Pilzart), Kokosnuss und Erbsenbrei. Ob das schmecken kann? Und wie! Probiert es selbst. Preislich befinden sich fast alle Hauptgerichte (ordentliche Portionen!) unter £10. Mit Nachtisch und Getränk mit Ausnahme von Smoothies solltest du bei maximal £15 eine vollwertige Mahlzeit haben.

 

Wagamama

Wagamama

Eine ähnlich große und preiswerte Auswahl mit ordentlichen Portionen hat Wagamama. Die asiatische Schnellrestaurant-Kette findest du nicht nur in London, sondern im gesamten UK. Das Restaurant Wagamama ist bekannt für seine Experimentierfreudigkeit mit seinem veganen Menü, welches immer mehr Raum gewinnt neben den herkömmlichen vegetarischen und nicht-vegetarischen asiatischen Gerichten. Im Mai 2019 haben sie sich beispielsweise an dem ersten veganen Ei ausprobiert. Ich habe es nicht selbst getestet, doch soll es nur im Aussehen einem Ei gleichen. Das Geschmackserlebnis ist ein anderes. Das Eiweiß schmeckt nach Kokosnuss und das Eigelb nach Karotte, welches auch Bestandteile des veganen Eis sind.

 

Ich selbst habe mich durch so einige Wagamama Gerichte probiert und war nie enttäuscht. Egal ob Reisnudeln mit Gemüse wie Yasai Pad Tai, Curry oder ein Glassnudel-Salat -Ein Hauptgericht kostet £8 bis £12.

 

Black Cat Café

Ein vielleicht sogar noch halber Geheimtipp ist das Black Cat Café. In dem komplett veganen Café in Hackney findest du frischen Kaffee, hausgemachte Kuchen und allerhand Warmes vom Beef Style Burger, über das BBQ Tofu Sandwich, deftige Pfannkuchen, würzige Curries, sahnige Lasagnen bis hin zum Kartoffel-, Quinoa- oder Linsen-Salat.

 

Kürzlich hat das Black Cat Café auch die Küche des Roadtrip & The Workshop im hippen Shoreditch übernommen, wo mediterrane Tapas und warme Hauptmahlzeiten wie in ihrem Hauptsalon auch von £3 bis £8,50 serviert werden.

 

Yorica

Yorica ist ein Segen für alle Allergiker*innen und Veganer*innen. Es ist der bisher einzige Dessert-Laden, den ich kenne, der sich darauf spezialisiert, Süßspeisen anzubieten, welche frei von den Zutaten der 14 meistverbreiteten Allergien sind. Dazu gehören unter anderem Milch, Soya, Nüsse, Ei, Gluten, Fisch, Sellerie, Sulfur und Sesam.

 

Hier kannst du dich mit Eis, Shakes, Waffeln und Crêpes verwöhnen. Ein Eisbällchen kostet £3,95 – doch das sind ordentliche Portionen

 

 

The Skinny Kitchen

Sehr gesund kannst du im The Skinny Kitchen in Islington essen. Das Restaurant ist mit seinen pinken Wänden, Neonschriftzügen und vielen grünen Pflanzen ein angesagtes Restaurant, das den Sprung von Ibiza nach London geschafft hat. Es ist ein MUSS für alle gesundheits- und ernährungsbewussten Menschen. The Skinny Kitchen bedient nicht nur Veganer*innen, sondern auch Vegetarier*innen und Carnivore.

 

Die Hälfte der Speisekarte ist jedoch vegan-freundlich und fast alle Gerichte lassen sich veganisieren, da die Worte Pflanzen-Power und Clean Eating hier großgeschrieben werden. Das Essen ist wunderbar angerichtet und bunt. Auch preislich können sich die Hauptgänge sehen lassen. Ein Burger schlägt mit £14 zu Buche, während ein Pfannkuchen nur £8 kostet.

 

Ice Cream Union

Ice Cream Union

Das beste vegane Eis, oder eher gesagt das beste Eis, das ich je gegessen habe, war jedoch in der Ice Cream Union in London-Chelsea (gleichen Straße wie Wulf and Lamb). Vegan sind nur die Sorbets oder vereinzelte Eissorten, doch diese sind aus 100% purer Frucht gefertigt. Ich hatte Mango-Sorbet, Schoko-Sorbet und Vegan Coconut Choc Chip. Vor allem die Sorbets schmeckten wie pure gefrorene und gemahlene Mango und Zartbitterschokolade – herrlich.

 

Preislich liegt die Gaumenfreude bei £5 pro Becher oder Waffel, in der man bis zu drei Sorten mixen kann.

 

LEON oder PRET

Vegan Salad

Wenn es einmal schnell gehen muss, lege ich euch die Fastfood-Ketten LEON oder das Veggie Pret a Mager ans Herz. Pret hat relativ günstige Meal Deals, auch wenn sie unglaublich viel Plastik zum Einpacken verbrauchen und die besten veganen Schokoladen-Cookies. Warm, schokoladig und halb-zähflüssig, also genau richtig.

 

LEON hingegen ist eine gesunde Fast-Food-Kette mit vielen veganen Angeboten, die tatsächlich schnell zubereitet, nicht fettig und sehr lecker sind. Gereicht wird das Essen in umweltfreundlichen Papp-Boxen. Ich habe bisher das Blackbean Curry, das Carribean Plantain Curry und die Jack Wings aus Jackfruit ausprobiert. Obwohl alle Curries trotz der unterschiedlichen Zutaten irgendwie gleich schmecken – hier könnte man die Gewürze noch etwas raffinierter verwenden – sind sie empfehlenswert. Die gereichten Falafel sind saftig und auch die Jack Wings sind eine verdammt leckere Sünde. Die Kosten betragen zwischen £4 bis £8 pro Gericht.

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Desiree Schneider

Ich liebe das geschriebene Wort und bin ich Leseratte, Travel-Junkie, Naturliebhaberin und Veganerin in Vollzeit. Nebenbei mache ich meinen Master im Umweltjournalismus in England und arbeite ich als freie Journalistin und Bloggerin. Am liebsten berichte ich über alles rund ums Reisen, Feminismus, Umweltschutz und Ökokrams.

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