Kleine Weltreise in Europa – Roadtrip durch Osteuropa (Balkan)

Mali Rat - Kroatien

Europa hat viele sehr unterschiedliche und interessante Landschaften und Völker zu bieten, die sich für eine abwechslungsreiche Reise mit kleinem Budget anbieten. Der Südosten Europas gehört zu den Regionen, die erst seit dem Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens wieder als das Gemisch aus Völkern und Staaten wahrgenommen werden, das sie im Grunde sind. Fest steht, dass Albanien, Montenegro, Mazedonien und Kroatien zu den schönsten Urlaubsregionen Europas gehören und dass sie gleichzeitig auch noch zu den teils unbekannten Geheimtipps Europas gehören. Von hier aus ist dann die Weiterreise über Slowenien und Italien leicht möglich. Während Kroatien schon den Anschluss an den Massentourismus gefunden hat und sich als eines der Mittelmeerziele etabliert hat, sind Mazedonien, Montenegro und Albanien noch Insidertipps.

 

 

In diesen Ländern brauchen sich Besucher keine Sorgen um das Budget zu machen, denn hier kann man sehr günstig übernachten, essen und reisen (für einen richtigen Low-Budget-Urlaub kann man durch den Balkan mit einem Wohnwagen fahren, günstige gebrauchte Wohnmobile können hier gefunden werden).

 

Reisen durch Albanien

Durres - Albanien

Durres – Albanien

Günstige Flüge nach Albanien zum kleinen Flughafen Nene Teresa in Rinas im Vorort von Tirana sind oft mit Zwischenstopp in Wien erhältlich. Von diesem Flughafen aus fahren Busse in die Hauptstadt Tirana, die unbedingt auf dem Programm jeder Reise in diese Region stehen sollte. Der Eintritt ins Nationalmuseum, das sich mitten am zentralen Skanderbeg Platz befindet, ist nicht teuer und lohnt sich auf jeden Fall. Die alte reich verzierte Moschee an demselben Platz im Stadtzentrum kann kostenlos besichtigt werden, wenn nicht gerade ein Gebet darin stattfindet.

 

Wer sich für kuriose Architektur interessiert, der sollte sich die Pyramide des ehemaligen sozialistischen Herrschers Enver Hoxha ansehen, die seit einigen Jahren dem Verfall preisgegeben wurde. In Tirana finden sich viele kleine Hotels, die kein großes Budget erfordern und die vor allem in der Nebensaison auch spontan ein Zimmer frei haben. Die albanische Küche ist sehr abwechslungsreich und zentrumsnah gibt es eine große Auswahl an Lokalen und Restaurants. Wer sich günstig verpflegen will, der kann an einer der vielen kleinen Imbissbuden warme Teigtaschen für umgerechnet maximal einen Euro genießen. Diese machen sehr satt und sind ein gutes Beispiel für die Küche Albaniens.

 

Busse fahren in Richtung Mittelmeerküste, wo es sehr viele Hotels gibt. Die Stadt Durres zum Beispiel ist eine typische Touristenstadt, deren Strand mit zahlreichen Hotelanlagen zugepflastert ist. Durres bietet sich für ein paar Tage Strandurlaub und als Station auf der Weiterreise an. Wer jedoch nach Mazedonien weiter reisen will, der kann über Tirana nach Elbasan in Richtung Osten gelangen. Hier verkehren Überlandbusse. In Elbasan lohnt sich ein kurzer Stopp, weil es hier eine Festungsanlage gibt. Ansonsten ist die kleine Stadt kaum bei Touristen bekannt. Es gibt hier nur einheimische Lokale und wiederum viele Straßenimbisse, die kleine kostengünstige Snacks anbieten.

 

 

Das unbekannte Mazedonien

Die erste Station in Mazedonien für die Besucher, die aus Albanien hierher kommen ist die Stadt Ohrid am Ohridsee. Und gleichzeitig ist diese Stadt eine der schönsten Ortschaften in Mazedonien. Nicht nur die Nähe zum Ohridsee sondern auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten ziehen vor allem im Sommer viele Touristen an. Von Amsterdam aus fliegt eine Billigfluglinie von Mai bis September nach Ohrid, was dazu führt, dass im Sommer viele Niederländer hier Urlaub machen. Ab Oktober ist das Leben am See deutlich ruhiger und die Hotels sind viel günstiger. Einige von ihnen schließen aber auch in der Nebensaison.

 

Die Ortschaft Ohrid hat nicht nur eine schöne Seeküste,sondern auch eine alte Kirche, ein römisches Amphitheater und einige unter Denkmalschutz gestellte Herrenhäuser zu bieten. Einige Kilometer von Ohrid entfernt liegt das Kloster Sveti Naum, ebanfalls am Seeufer. Dieses alte Kloster mit seiner kleinen Kirche ist ein berühmter Pilgerort, den viele Einheimische aufsuchen. Deshalb ist es auch kein Problem, eine Mitfahrgelegenheit von Ohrid nach Sveti Naum zu finden. Beim Kloster Sveti Naum gibt es die Möglichkeit mit einem Boot auf den See hinaus zu fahren. Da es nur ein Restaurant gibt, das relativ hohe Touristenpreise hat, ist es sinnvoll, Lebensmittel für ein kleines Picknick mit nach Sveti Naum zu nehmen. Vom Ufer aus hat man hier einen besonders schönen Blick auf den Ohridsee.

 

 

Die Fahrt bis in die Hauptstadt Skopje dauert vom See aus etwa drei bis vier Stunden. In Skopje ist das Museum, welches über das Leben von Mutter Theresa informiert, sehr interessant. Moderne Architektur umgibt den alten Markt und die historische Steinbrücke. Auf dem Markt der Stadt Skopje werden neben normalen Souvenirs auch wahre Schmuckstücke und Kunst angeboten. Weil diese Stadt noch wenig touristisch geprägt ist, finden sich authentische Lokale, die für sehr wenig Geld mazedonische Spezialitäten anbieten.

 

Montenegro und seine Wälder

Kotor - Montenegro

Kotor – Montenegro

Über das Kosovo oder den Norden von Albanien ist die Reise von Mazedonien nach Montenegro möglich. Die Straßen im Norden des Landes führen allesamt durch wunderschöne Wälder, die vor allem im Herbst in den schönsten Farben erstrahlen. Stundenlang kann man durch naturbelassene Laubwälder fahren und die Landschaft genießen. Kein Weg führt an der Hauptstadt Podgorica vorbei, die zwar einige hochwertige und preiswerte Hotels sowie auch Jugendherbergen hat, die jedoch touristisch wenig interessant ist. Es gibt hier eine kleine Studentenszene und in der Nähe der Uni auch viele günstige Restaurants, aber die Altstadt von Podgorica ist kaum noch erhalten.

 

Busse und auch ein Zug fahren nach Süden in Richtung Mittelmeer. Auf dem Weg dorthin liegt die alte Hauptstadt Montenegros Cetinje. Hier gibt es noch eine richtige Altstadt und auch ein Kloster, das schon mehrfach Geschichte geschrieben hat. Weiter südlich liegt der Lovcen Pass mit seinen 25 eindrucksvollen Kurven, auf denen man bergab fahren muss, um nach Kotor zu gelangen. Kotor ist eine mittelalterliche Stadt, deren Altstadt von einer Mauer umgeben ist und die komplett unter Denkmalschutz wie auch auf der Liste des Unesco-Welterbes steht. Innerhalb dieser Altstadt zu übernachten, übersteigt das Budget der meisten Backpacker.

 

Aber in den weniger hübschen Stadtteilen von Kotor gibt es günstige Unterkünfte, von denen aus man trotzdem innerhalb von wenigen Minuten die historische Altstadt erreicht. Mit der Verpflegung verhält es sich ähnlich. Innerhalb der alten Stadtmauer kostet eine Pizza doppelt so viel wie außerhalb der Mauern. Die Sehenswürdigkeiten von Kotor, das auch von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angesteuert wird, liegen allesamt innerhalb des mittelalterlichen Stadtzentrums. Verschiedene Agenturen bieten Stadtführungen an, bei denen Einheimische Gäste umher führen und ihnen die Geheimnisse von Kotor zeigen. In den alten Mauern der Kirchen und Kaufmannshäuser verstecken sich zahlreiche Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten, die nur die Einheimischen kennen.

 

Kroatien, das neue Mitglied der EU

Dubrovnik - Kroatien

Dubrovnik – Kroatien

Seit kurzem erst ist Kroatien neues Mitglied in der Europäischen Union. Schon seit vielen Jahren allerdings ist Kroatien schon für Westeuropa eines der beliebtesten Urlaubsziele. Dieser Staat an der Adria hat eine Vielzahl von wunderschönen Stränden, eine Menge kleine Inseln und auch einige interessante Städte zu bieten. Wer von Montenegro nach Kroatien kommt, der kann eine traumhafte Küstenstraße nehmen, die Kotor und Dubrovnik verbindet. Wie Kotor ist auch Dubrovnik eine mittelalterliche Stadt, die von vielen Kreuzfahrtschiffen angefahren wird. Nachdem in den 90ern die Stadt wegen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien nicht zugänglich war, ist sie nun, da sie wiederunbedenklich besucht werden kann, voll von Touristen aus der ganzen Welt.

 

Auch Dubrovnik ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben und im Innern dieser Mauer sind die Preise für Immobilien, Übernachtungen und auch Verpflegung in horrende Höhen geschossen. Während die mittelalterliche Innenstadt die Hauptattraktion von Dubrovnik ist, befinden sich erschwingliche Hotels im westlichen Teil der Stadt. In den Vierteln im Westen hat man ebenfalls einen tollen Blick auf die Bucht, der einzige Nachteil ist, dass man hier nicht umgeben von alter Bausubstanz ist. Zwischen den modernen Vierteln und der Altstadt fahren Busse hin und her. Im historischen Teil sind Fahrzeuge allerdings verboten. Hier fahren nur kleine Elektroautos auf dem Kopfsteinpflaster. In den Museen des Stadtzentrums von Dubrovnik werden hohe Eintrittsgelder verlangt, aber es lohnt sich auf jeden Fall, den Sponza Palast auch von innen zu sehen. Die Kirchen in der Innenstadt sind fast alle kostenfrei zu besichtigen und auch sie sind voller Kunstwerke.

 

Während Dubrovnik die Perle der kroatischen Küste ist, lohnt sich für alle, die sich für Geschichte interessieren auch ein Besuch in Split, das weiter westlich gelegen ist. Für einen traumhaften Strandurlaub bieten sich die Gegenden noch weiter westlich an. Auch hier gibt es weitere historische Sehenswürdigkeiten, unter anderem die Stadt Zadar, die malerisch auf einer kleinen Insel direkt an der Küste gelegen ist. Rund um Zadar gibt es günstige Hotels, die vor allem in der Nebensaison mit guten Angeboten und All inclusive locken.

 

Nach Slowenien, in die Slowakei und weiter nach Italien reisen

Plitvice - Kroatien

Plitvice – Kroatien

Von Kroatien aus sind Slowenien, die Slowakei und Italien in greifbare Nähe gerückt. Wer sich von Albanien aus immer weiter nach Westen begibt, der spart am Ende den Rückflug und kann von Bratislawa, von Wien oder von Norditalien aus mit dem Zug zurück nach Deutschland fahren.

 

Bratislawa steht seit Jahrzehnten ein wenig im Schatten der Stadt Wien, die sich nur etwa 50 Kilometer entfernt befindet. Trotzdem ist Bratislawa eine Stadt, die sich in Sachen Kultur und Sehenswürdigkeiten hinter vielen anderen europäischen Hauptstädten nicht verstecken muss. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der slowakischen Hauptstadt gehört die Burg, die sich auf einem kleinen Hügel über der Stadt erhebt. Die Altstadt ist gemütlich und urig. Hier gibt es eine Vielzahl an günstigen kleinen Hostels und Jugendherbergen. Wer auf Komfort und ein großes Zimmer verzichten kann, der findet hier günstige Übernachtungsmöglichkeiten und Gleichgesinnte Rucksacktouristen, die immer ein paar gute Insidertipps haben.

 

Auch Slowenien mit seiner Hauptstadt Ljubljana ist einen Abstecher wert, wenn auf der Reise durch Südosteuropa noch Zeit bleibt. Zwischen Zadar, Ljubljana und Bratislawa verkehren Überlandbusse und Nachtbusse. Ljubljana hat eine malerische Innenstadt, in der es eine hübsche Kirche gibt und viele gemütliche Restaurants direkt am Ufer des Flusses. Auf dem Fluss eine Bootsfahrt zu unternehmen ist ein Vergnügen, das nicht besonders teuer ist und das einen perfekten Eindruck von der Stadt vermittelt. Von Ljubljana aus fahren Busse nach Triest und in mehrere andere italienische Städte.

 

Von Bratislawa aus erreicht man innerhalb von weniger als einer Stunde Wien in Österreich. Nun ist man, egal ob in Italien oder in Österreich wieder im westlichen Europa angelangt, wo die Preise auch wieder deutlich höher sind als in den östlichen Ländern. Während man in Bratislawa noch in einem günstigen Hotel übernachten kann, ist in Wien für dasselbe Geld nur ein Zimmer in einer Jugendherberge erhältlich. Trotzdem lohnt es sich, auch in Wien ein paar Tage zu verbringen, denn kaum eine Stadt bietet so viele Museen wie Wien.

 

Bilder:
Mali Rat © Juergen Jotzo, pixelio.de
Dubrovnik © Dieter Schütz, pixelio.de
Plitvice © Robert Csanyi, pixelio.de
Kotor © Peter von Bechen, pixelio.de
Durres © alb, pixelio.de

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Nach dem Master-Studium in Wirtschaftsinformatik habe Ich - der Weltenbummler - mich direkt für ein Jahr und drei Monate auf Weltreise begeben. Ich bin Schauspieler, Börsenhändler, Business Analyst, SEO Spezialist und letztendlich auch Blogger. Scheue keine Herausforderung und suche immer das Abenteuer. Dabei ist das Reisen als Backpacker eines meiner größten Leidenschaften.

2 Kommentare zu “Kleine Weltreise in Europa – Roadtrip durch Osteuropa (Balkan)”

  1. […] Die Rundfahrt beschränkt sich allerdings nur auf den Festland-Roadtrip, bei dem es zahlreiche Weltkulturerbe, das barocke Portugal, romantische und historische Dörfer, karge Sierras und wilde Strände, abgesehen von der brodelnden Metropole zu entdecken gibt. Roadtrips sind in der letzten Zeit sowieso extrem beliebt geworden. So gab es auf meinem Weltreise Blog einen Artikel ueber einen Roadtrip in Europa und einem Road Trip durch den Balkan. […]

  2. Paul sagt:

    Hallo, mein Tipp: ,,Bulgarien hat mich sehr positiv überrascht, ein sehr gutes Preis – Leistungs – Verhältnis, freundliche Menschen und eine alte Kultur. Grüssle Jens

Was meinst du?

Wir sind hier auf einem Weltreise Blog, also sollte dein Kommentar auch was mit dem Thema zu tun haben. Alles andere wird sowieso nicht freigegeben. Zudem sollte ein Kommentar qualitativ und quantitativ ansprechend sein damit auch andere was damit anfangen können! Andere Backpacker werden es dir danken.

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