Kreditkarte auf Weltreise – Günstig, sicher und einfach?!

Zahlungsmittel auf Reisen

Wer früher auf Weltreise ging, um fremde Kontintente zu erkunden und unbekannte Länder kennenzulernen, der kam nicht an den Traveler’s Cheques von American Express vorbei. Inzwischen ist das etwas anders geworden. Heutzutage kommt man kaum noch ohne eine Kreditkarte aus. Einige Fluggesellschaften nehmen nichts anderes mehr als Bezahlung an. Auch unsere Bank- und Kreditkarten funktionieren in weiten Teilen der Welt ohne Probleme. Zudem gibt es Services wie Western Union mit denen man schnell und einfach an Bargeld kommt. Doch was sind heute die preiswertesten Methoden, seine Reisekasse weltweit schnell und sicher, in möglichst kleinen Portionen flüssig zu machen?

 

 

Zahlungsmittel auf Weltreise

Schon im Artikel „Kreditkarte – Probleme im Ausland oder auf Weltreise“ habe ich über Kreditkarten und alternative Zahlungsmittel auf einer Weltreise geschrieben. Es bleibt immer ein aktuelles Thema… Wieviel Geld habe ich immer bei mir? Wie viele Kreditkarten mit auf Reisen nehmen. Welche Kreditkarten werden in welchen Ländern unterstützt? Wozu ist ein Money-Backup gut und viele weitere Fragen… In dem Artikel möchte ich nochmals einige Zahlungsmöglichkeiten für eine Langzeitreise vorstellen und auf die Änderung der DKB Kreditkarte hinweisen.

 

Prepaid-Kreditkarten

Weltreise Kreditkarte

Weltreise Kreditkarte

Die gängigste Methode, Zahlungen und Bargeldverfügungen auf der ganzen Welt durchzuführen, dürfte die Kreditkarte sein. Gerade Mastercard- und VISA-Kreditkarten werden inzwischen in weiten Teilen der Welt akzeptiert. Allerdings sind vollwertige Kreditkarten oft immer noch mit hohen Kosten verbunden. Deutlich günstiger sind da sogenannte Prepaid Kreditkarten zum Aufladen, die man auch online bestellen kann. Diese Karten gibt es oft kostenlos oder zugeringen Gebühren und in vielen Fällen ist es auch möglich, sehr billig international Geld an Automaten abzuheben.

 

Dabei gibt es sowohl Varianten, die man an Tankstellen- und Supermarktkassen kaufen und aufladen kann, als auch die etwas praktischeren und gerade für dich als Weltreisenden interessanten Prepaid-Karten von Anbietern aus dem Internet. Die Aufladung auf diese Karten erfolgt einfach per Überweisung von Deinem normalen Bankkonto. Auf Dein Online-Banking solltest du also zugreifen können. Manche dieser Prepaid Kreditkarten bieten darüber hinaus ebenfalls die Möglichkeit Bargeld in Supermärkten oder Tankstellen einzuzahlen, sich darauf zu verlassen, dass das in einem exotischen Reiseland funktioniert, wäre allerdings ohnehin mehr als gewagt.

 

Wenn Du dir mehrere Prepaid Kreditkarten besorgen solltest, kann es klug sein, darauf zu achten, dass Du Mastercard- und VISA-Kreditkarten beschaffst. Manchmal kommt es vor, dass in einem Geschäft oder Hostel nur einer der Kartentypen akzeptiert wird (siehe hier). Gegenüber herkömmlichen Kreditkarten bieten Prepaid Kreditkarten zahlreiche Vorzüge, wie etwa die direkte Online-Einsicht in deine Umsätze, die Möglichkeit die Karte temporär zu sperren oder nur bestimmte Funktionen der Karte zuzulassen. Dennoch solltest du bei der Entscheidung für eine Prepaid-Karte natürlich prüfen, ob folgende Grundbedingungen erfüllt werden:

 

  • Kann ich meine Karte international einsetzen?
  • Ist die Verfügung in Fremdwährungen mit Gebühren verbunden? Wenn ja: Wie hoch?
  • Kosten Bargeldverfügungen (im Ausland) etwas?
  • Fallen nach dem ersten Jahr Gebühren an?

Infografik: Die Zukunft zahlt bargeldlos | Statista

 

Änderung der DKB Kreditkarte

Wichtige Nachricht für alle DKB-Kunden: Ab dem 1. Juni erstattet die DKB keine Fremdgebühren, die von Geldautomatenbetreiber erhoben werden, mehr. Gerade in den USA und Thailand war das ein großer Vorteil der DKB Kreditkarte. Bargeldabhebungsgebühren fallen aber weiterhin weltweit nicht an! Für mich bleibt die Kreditkarte attraktiv, aber man kann sicher mal schauen, ob man woanders besseres Konditionen erhält.

 

Das neue Preis- und Leistungsverzeichnis welches ab dem 1. Juni in Kraft tritt, enthält folgende Passage:

“8 Geldautomatenbetreiber können Entgelte erheben, die zusätzlich zum Auszahlungsbetrag belastet werden. Die Höhe dieses direkten Kundenentgelts vereinbart der Geldautomatenbetreiber vor der Auszahlung des Betrages mit dem Karteninhaber am Geldautomaten. Mit der erfolgten Auszahlung gilt dieses Entgelt als akzeptiert. Dieses Entgelt wird von der DKB AG nicht erstattet.”

 

Sicherheitstipps für Kreditkarten im Ausland

Natürlich gelten für den Umgang mit Kreditkarten im Ausland zunächst einmal dieselben Sicherheitstipps wie zu Hause. Die verdeckte Eingabe der PIN am Automaten etwa, sollte ja ohnehin selbstverständlich sein. Doch darüber hinaus kann es, gerade bei Reisen in weniger reiche Länder, sinnvoll sein, einige zusätzliche Ratschläge zu beherzigen. So solltest du, wenn es irgend möglich ist, nur die Geldautomaten in Bankgebäuden nutzen. Hier ist zum einen das Risiko überfallen zu werden deutlich geringer, vor allem kannst du dich aber darauf verlassen, dass der Bankautomat von einer seriösen Firma aufgestellt wurde.

 

Kreditkarte Sicherheit auf Reisen

Kreditkarte Sicherheit auf Reisen

Aus demselben Grund solltest du es vermeiden, mit deiner Kreditkarte, insbesondere wenn es deine einzige ist, in Geschäften zu bezahlen. Dafür ist es besser, eine zweite Karte bereit zu halten, auf die du nur kleine Beträge per Banküberweisung auflädst. Auch empfiehlt es sich nicht, die eigene Kreditkarte im Hotelsafe verwahren zu lassen. Unterschrift und Kartennummer, lassen sich allzu leicht kopieren und oft werden dann nach ein paar Wochen oder Monaten Abbuchungen durchgeführt.

 

Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltest du darüber hinaus natürlich immer möglichst oft und regelmäßig deine Kontobewegungen checken. So hast du immer die Möglichkeit, so rasch wie möglich auf illegitime Abbuchungen zu reagieren. Nicht zuletzt solltest du, natürlich auch aus Sicherheitsgründen, immer auf eine gewisse Redundanz achten. Das heißt also, deine Karten nie alle an einem Ort aufbewahren, sondern zum Beispiel sicherstellen, dass du auch dann noch einsatzfähig bist, wenn deine Geldbörse entwendet wird oder verloren geht. Weitere Sicherheitstipps findest du hier.

 

Alternative Zahlungsmittel (alt und neu)

Travel Cheque werden nur noch selten akzeptiert. Western Union dagegen hat sich dagegen in vielen Laendern etabliert. Nicht so sehr bei Backpacker, aber bei Einheimischen…. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass man neumodernen Methoden nicht so sehr vertraut. Das kann man gut nachvollziehen, denn selbst die Eltern haben bei einem Online Konto noch sehr gezoegert. So sind virtuelle Kreditkarten oder Bitcoins absolutes Neuland. Paypal und andere Online Zahlungsdienste sind schon fast etabliert. In London wurde ich auch von der Contactless Kreditkarte ueberzeugt. Ist auch relative neu bei der DKB. Nochmal kurz einige alternative Zahlungsmethoden unter der Grafik erklärt.

 

Infografik: Bitcoin, im Vergleich ein kleiner Fisch | Statista

 

Virtuelle Kreditkarte

Virtuelle Kreditkarten werden ebenfalls oft kostenlos oder zu geringen Preisen ausgegeben. Allerdings erhält der Kunde hier keine Plastikkarte, sondern nur Kartennummer und CVC-Sicherheitscode. Zur Bargeldbeschaffung oder zum Einsatz an Kassenterminals sind virtuelle Karten also nicht gedacht, sondern nur zur Verwendung im Internet. Vorteil auf einer internationalen Reise ist, dass die virtuelle Karte in absolut keinem Fall verloren gehen kann.

 

Legst Du Kartennummer und CVC-Code sicher in deinem Online-Dokumenten-Safe ab oder lernst sie noch besser auswendig, kannst du Buchungen für Bus- und Bahnfahrten, Flüge oder Zimmer online immer noch schnell und einfach durchführen, selbst wenn sonst all deine Karten abhanden kommen sollten. Insofern kann es klug sein, auf so einem virtuellen Kreditkartenkonto eine eiserne Reserve von vielleicht 100-200 Euro (oder, je nach persönlichem Bedarf, auch etwas mehr) aufgeladen zu lassen…

 

Andere Methoden

In westlichen Gesellschaften werden Bitcoins und andere virtuelle Zahlungsmittel momentan immer beliebter. Vorteil ist, dass Du damit unabhängig von den internationalen Zahlungsnetzwerken der Banken bist. Nachteil ist, dass du nach wie vor technisch relativ versiert sein musst, um zu verstehen, was du tust und darüber hinaus manchmal etwas suchen musst, bis Du eine Wechselstube findest, die Dir Deine Bitcoins abnimmt. Wenn es denn überhaupt eine gibt.

 

Als Spielerei sind Bitcoins also durchaus geeignet, als sicheres Zahlungsmittel noch nicht. In vielen asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Ländern gibt es darüber hinaus Möglichkeiten mit Handy-Prepaid-Guthaben zu zahlen. Insbesondere in einigen afrikanischen Ländern ist das sehr populär und kann gerade in Gegenden mit wenigen Geldautomaten und Kreditkarten-Terminals eine gute Möglichkeit sein, Zahlungen vorzunehmen. Das sind allerdings Methoden, die Du vor Ort erkunden und einrichten musst.

 

Auch Western Union ist eine Option, aber zu kostenintensive auf Dauer. War aber meine letzte Moeglichkeit in Vietnam, nachdem ich keine beide Kreditkarten verschludert habe …

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3 comments

  • Hallo

    Hier im Iran funktionieren zurzeit ausschliesslich iranische Kreditkarten! Das sollte sich jetzt nach dem US-Boykott aber irgendwann ändern. Bis jetzt aber noch nicht…

    liebe Grüsse vom Muger
    .

    • Danke fuer den Hinweis Muger! Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Laender mit Besonderheiten ausgestattet sind. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass alle Karten im Nahen Osten funktionieren, aber wann kommt man mal dahin =)

  • Hallo,

    Coole Zusammenfassung. Vor allem die Sache mit den virtuellen Karten war mir nicht bekannt. Sowas werd ich mir mal besorgen als Backup vom Backup.

    Wir haben auch vor kurzem unsere Kreditkarten Empfehlungen aktualisiert. Das mit der DKB und den Automatengebühren ist insofern besonders ungünstig, als dass auch comdirect diese Gevühreb nicht mehr erstattet. Nur ist in Moment leider keine bekannt, die das noch erstattet.

    Viele Grüße

    Chris

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