Kreditkarte – Probleme im Ausland oder auf Weltreise

Kreditkarte_Weltreise

Was passiert wenn man auf Weltreise beklaut wird oder seine Kreditkarte verliert? Die Frage stellen sich viele Backpacker auf Ihrem Reise Trip. Ein Rezept dafür habe ich auch nicht aber einige Geschichten und Erfahrungen von meiner eigenen Reise. Von Sperrung, alternativen PostID-Verfahren bis hin zu alternativen einer Kreditkarte. Dazu noch einige Tipps, was man tun kann im WORST-Case oder besser sein lassen sollte. Mit Sicherheit decke ich nicht alle Fälle ab und auch Banken sind so unterschiedlich wie Geschmäcker auf Reisen. Der ein oder andere sieht sich bestimmt doch in der Situation wieder.

 

Geld- und Kreditkartenprobleme

Im Laufe der Weltreise haben sich wie schon gesagt einige Geschichten angesammelt. Was kann denn überhaupt passieren oder besser gesagt was ist mir passiert. Grundsätzlich reist jeder Backpacker anders. Der eine ist immer noch auf dem Travel-Check-Pfad, andere versuchen alles mit Kreditkarte zu bezahlen und einige die jedes Mal Geld tauschen. Ich bevorzuge die Kreditkartenlösung. Dabei hatte ich 2 Kredit-Karten zur Auswahl. Eine Visa Card von der DKB und die Mastercard von Gebührenfrei.

 

Falls eine der Kreditkarten mal nicht funktioniert, dann habe ich immer noch die andere. Der größte Unterschied liegt darin, dass ich bei der Gebührenfrei Mastercard keine Gebühren zahle, wenn ich Geld von einem ATM abhebe. Ausnahmen gab es trotzdem in einigen Ländern. Zudem habe ich hier ein Limit von 6.100 €. Auf der DKB Karte habe ich ein Limit von 100 € und diese funktioniert auch eher als Debit-Kreditkarte, dass heißt ich kann nicht über Geld verfügen, was ich nicht habe, oder auf der Karte ist.

 

Kreditkarte wird gesperrt!

Beste Kreditkarte für Weltreisen, überall kostenlos Geld abheben

Grundsätzlich wird es jedem passieren, dass die Karte irgendwann auf Reisen mal von der Bank gesperrt wird. Warum? Im Alltag benutzte ich die Kreditkarte eher gar nicht und auf einmal hebt da einer 300 € oder so im Ausland ab. Das kommt der Bank spanisch vor. Wenn dann in kurzer Zeit nochmal was abgehoben wird, dann sperrt man doch lieber die Karte. Für eine Bank kein Problem. Ganz nach dem Prinzip: „Der Kunde wird sich schon melden, wenn alles in Ordnung ist. Wenn nicht dann haben wir (Bank) auch alles richtig gemacht“.

 

Als Kunde ruft man dann an „Was ist da los, ich habe doch geschrieben, dass ich auf Weltreise bin und die Karte öfters nutzen werde“. Da kommen nur Antworten wie „Sicherheit geht vor“ und „Das System macht das automatisch“. Sicher alles etwas nervig aber kein Grund zur Panik. Meistens lässt sich das Problem in wenigen Stunden lösen. Wichtig nur, dass man die Service Nummern notiert hat und die Nummer am besten kostenlos ist. Mit Skype kann man diese Nummer dann sogar kostenlos aus dem Ausland anrufen.

 

 

PostID – das Sicherheitsverfahren

In Südamerika wurde es dann bunt. Meine Karte wurde schon wieder gesperrt. Ich hatte zuvor 500 € abgehoben und gar nicht bemerkt, dass die Karte gesperrt ist. Das Ganze ist ca. 4 Monate nach der ersten Sperrung passiert. Ich rufe wieder meine Bank an und bitte um Freischaltung. Dieses Mal verweigert der Mitarbeiter die Freischaltung und bittet mich meine Identität prüfen zu lassen.

 

Wie das funktioniert? In Deutschland ist es üblich mit einer Brief der Bank und seinem Ausweis zur Post zu gehen und diesen bestätigen zu lassen. Wie funktioniert das im Ausland? GAR NICHT! Ich hatte also einen bösen Email-Verkehr mit der Bank, wie es überhaupt möglich sei, dass die Bank auf die Idee komme ich müsse das jetzt machen. Immerhin war ich schon mindestens 2 Jahre Kunde bei der Bank! Das ganze sah übel aus…

 

Die Bank wich von Ihrer Position nicht ab und bat um die Bestätigung der Identität. Mir Blieb also keine andere Wahl und ich musste einen Notar aufsuchen. Das hat Gott sei Dank nicht wirklich viel gekostet (rund 10 €, muss aber auch nicht überall so billig sein). Das Reichte aber nicht aus und so musste ich den Spanische Text des Notars in Englisch übersetzen lassen. Das ganze wurde offiziell in einer Schule mit Stempel bestätigt… Soll ja für die Bank auch ordentlich aussehen. Ab auf den Postweg!

 

Langsam wurde es echt dringend und ich kam in Geldnöte. Es war ein großes hin und her! Dazu gibt es auch einen lustigen Eintrag im Viedeotagebuch. Um es zu beschleunigen versuchte ich die einfachste Variante. Ein Bild von mir mit meinen Pass, dazu alle Stempel und Länder, die ich bisher besucht habe. Da wurde die Bank weich und aktivierte mein Konto wieder. Schwein gehabt?!

 

Kreditkarte verloren oder gestohlen!

Weltreise_Kreditkarte

Weltreise Kreditkarte

In Südostasien war es dann soweit. Meine Kreditkarte von der DKB war weg. Zweifel und ein bisschen Panik machte sich breit. „Wo ist das scheiß Ding hin?“ Ich bin mir bis heute fast sicher, dass ich die Kreditkarte irgendwo liegen lassen habe (was dumm genug ist). Nunja, nicht lange überlegen. Service Nummer anrufen und sperren lassen und  Auskunft über den aktuellen Stand des Guthabens einholen. Nix passiert, noch alles da! Trotzdem eine Kreditkarte weniger.

 

Ins Ausland werden Kreditkarten grundsätzlich nicht versendet. Wenn man sich einen Ersatz bestellt (fast immer kostenlos), dann nur zu der angemeldeten Adresse. Bei Weltreisenden wird das wohl bei den Eltern sein. Da liegt auch jetzt noch die Ersatzkarte. Wichtig bei gestohlenen Karten ist die schnelle Sperrung der Karte. Jede Bank hat einen Notfall-Service der 24 Stunden am Tag erreichbar ist. Im Zweifelsfall bekommt man manchmal sogar Geld zurück, falls die Karte missbraucht wird. Riskieren würde ich es trotzdem nicht. Hier ist Zeit Geld wert!

 

Kreditkarte geht kaputt!

Das gibt es? Jop! Manchmal wird der Chip in Maschinen beschädigt oder den Magnetstreifen auf der Rückseite funktioniert nicht mehr. Das ist ganz normaler Gebrauchsverschleiß. Da kann man nichts gegen machen. Und so es das Schicksal will ist mir gerade das in Laos passiert. Erst dachte ich, dass die Karte wieder gesperrt wurde (wäre keine Überraschung). Ich habe 3 verschiedene ATM’s ausprobiert. Nix passiert. Die Bank angerufen und erstaunlicher Weise wurde dort nichts bemängelt. Genug Geld Verfügbar, Kreditkarte aktiv, noch einige Zeit gültig. Sollte also keine Probleme geben.

 

Am nächsten Tag habe ich 4 weitere ATM’s ausprobiert, aber wieder ohne Erfolg. Danach bin ich zu Western Union und habe schon angekündigt, dass die Karte anscheinen beschädigt ist. Ich dachte ich könnte einfach nur die Kartennummer angeben und mit meinen Pass dann Geld abheben. Die Karte wird aber auch hier geprüft und auch hier wurde bestätigt – „Funktioniert nicht!“ Selbe Ergebnis am Schalter einer lokalen Bank.

 

Was kann man jetzt tun? Die Karte sollte man dann wohl zerschnippeln und wegschmeißen. Da wird nichts mehr funktionieren. Man wird nirgends Cash bekommen nur mit der Karte und seinem Ausweiß. Das Einzig Gute an der Sache. Man kann noch alle Online-Bezahlungen durchführen. Das heißt ich kann Online mein Flug buchen, Hotels oder was auch immer. Alles kein Problem. Nur an Cash kommt man nicht mehr. Und jetzt kommen wir zu einem spannenden Abschnitt. Wie überlebe ich ohne Kreditkarte und Cash? Welche Optionen habe ich? Wie Ihr sicher gemerkt habt ist das REAL und keine Fiktion. Ich besitze zum Artikelzeitpunkt (Januar 2013) über keine Kreditkarte mehr. Eine wurde verloren und die andere ging Kaputt. Blöd gelaufen!

 

Wie Überlegen ohne Kreditkarte und Cash?!

Die Überschrift könnte auch lauten „Beklaut, was nun?“ oder „Ich habe NICHTS MEHR!“. Ist schon etwas ironisch, dass es an sich keinem großen Unterschied macht. Obwohl, wenn ich mir überlege, dass alle Klamotten und Co geklaut werden dann würde ich auch doof dastehen. Ganz zu schweigen von Laptop, Smartphone und Pass…

 

O.K. weiter im Programm. Kein Cash mehr und keine Kreditkarte. Das einzige was blieb ist eine Girokarte von der DKB, die leider nirgends akzeptiert wird. Da muss man sich was überlegen an Geld zu kommen. Wie gesagt konnte ich Online ja noch Geld überweisen oder irgendwas bezahlen, was nicht so schlecht ist. Paypal hilft mir an dieser Stelle auch nicht weiter, weil das Geld ja auch nur Online Verfügbar ist. Sollte vielleicht auch mal ne Idee sein Filialen zu haben, wo man sich das Geld dort auszahlen lassen kann.

 

Emergency Cash

Weltreise_Doller

Cash in Doller

Immer eine gute Sache auf Reisen ist Emergency Cash, Backup Money oder den Notgroschen zu haben. Das ganze hatte ich während des Trips aber schon nach ein paar Monaten aufgegeben, weil ich den Sinn nie sah. Ich mein ich hatte bis dato immer genügend Cash an der Hand. Zum anderen hätten mir in der Situation auch keine 50-100 € mehr gebracht.

 

Es ist sicher ratsam ein paar Doller (ich würde 50$ empfehlen) zu haben um Kosten zu decken, die man nicht vorhersehen konnte. Das ganze schiebt aber das Problem, dass man nicht mehr an Cash kommt nur auf.

 

Prepaid- oder Debit-Kreditkarte

Da kommt man am Anfang gar nicht immer drauf, aber eine durchaus nützliche Idee. In vielen Ländern kann man sich quasi im Supermarkt eine Debit- oder Prepaid-Kreditkarte kaufen, die genauso wie eine Master- oder Visacard funktioniert. Man kann damit Geld sowohl an ATM’s abholen als auch damit On- und offline bezahlen. In den USA ist das sehr sehr beliebt und auch in Europa findet man diese Karten immer öfters. Leider wird diese Idee von Asien nicht immer unterstützt.

 

In Laos und Kambodscha gibt es diese Karten definitiv nicht. Diese Karten haben auch ein kleinen Nachteil, wenn man z.B. eine solche Karte kauft und 50 $ drauf lädt, kann sie anschließend auch nur bis zu 50 $ aufladen. Nie mehr! Ideal ist es trotzdem, wenn man sie Online immer wieder aufladen kann. Auch den Sicherheitsfaktor darf man nicht unterschätzen. Eine Kreditkarte, die ein hohes Limit hat kann einen da schon ordentlich „nass“ machen.

 

Western Union

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Western Union auf Weltreise

Western Union. Ein Begriff der für mich nur mit alten Western Filmen in Verbindung zu bringen war. Wer nutzt heutzutage denn schon Western Union, wenn es Kreditkarten gibt. Und überhaupt wie soll das funktionieren? Ehrlich gesagt hat mir Western Union als Not Lösung den Arsch gerettet. Auch wenn es ein teurer Trick ist. So habe ich mich Online-angemeldet und mir selber via Kreditkarte Geld geschickt. Nach Auskunft von Western Union kann man bis zu 5000 € verschicken. Leider gibt es 2 Hacken. Man kann den Service online nur 2-mal im Jahr nutzen und die Gebühren dafür sind richtig böse. Ich habe für 300 € satte 28€ Gebühren bezahlt. Das sind knappe 10 %!

 

Sicher, dass es auch hier keine Lösung auf Dauer sein kann. Auch wenn man Western Union im Allgemeinen benutzt (d.h. Ein Freund, Verwandter usw. sendet Geld zu dir), dann sind die Gebühren fast genauso hoch. Immer ungefähr 10 %. Sicher eine gute Not-Lösung, aber auch nicht mehr. Das Geld erreicht einen wirklich schnell. So hat mir ein Freund aus Indonesien kurzfristig Geld geliehen. Nachdem Sie es abgeschickt hat konnte ich es 10 Minuten später bei Western Union abholen. Ich bekam 80 € und sie musste zusätzlich 12,6 € Gebühren zahlen.

 

Kreditkartenersatz auf Dauer?!

Wahrhaftig kenne ich keine andere Lösung neben Kreditkarten. Gerne kann mich einer zu Travelerchecks belehren, aber ich habe noch nie jemanden damit bezahlen sehen und bezweifel, dass es ein vollwertiger Ersatz darstellen kann. Ob man nun mit Kreditkarte bezahlt, Cash von ATM’s holt oder direkt damit Geld umtauscht…

 

Es bleibt ein muss und ist Überlebenswichtig auf einer Reise. Größtes schon angesprochenes Problem ist und bleibt, dass Banken eine Ersatzkarte nicht ins Ausland schicken. Auch kann man sich nicht so einfach eine Kreditkarte im Ausland besorgen. Da muss man einheimisch sein und ein Konto eröffnen, Mindesteinzahlungen haben oder lange bürokratische Wege gehen. Auch hier lasse ich mir aber gerne noch was erzählen.

 

Man muss sich also irgendwie die Kreditkarte zuschicken lassen. Einfachste Lösung ist daher die Karte an die Adresse der Eltern zu schicken und von dort aus an sich im Ausland. Weitere Fakten, die unbedingt beachtet werden sollten

 

  • Versandzeit (besser mehr bezahlen)
  • Postlagernd, Hotel oder besseres Guesthouse/Hostel
  • Karte muss nach Erhalt telefonisch aktiviert werden (wenn möglich)
  • Zoll (gff. muss die Karte verzollt werden oder wird unter Umständen einbehalten)
  • Kontaktperson und Telefonnummer nicht vergessen
  • Post auf Verschluss kontrollieren

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Zukünftige Vorsorge

Grundsätzlich würde ich immer eine Kreditkarte (alternativ Debit- oder Prepaid Kreditkarte) bereit haben. Schon als ich die erste Kreditkarte verloren habe hätte ich zuschauen sollen, dass ich mir eine Ersatzkarte zuschicke. Zum anderen sollte man Kreditkarten immer getrennt aufbewahren. Im Fall eines Diebstahls hätte man somit auch nur eine Kreditkarte verloren. Ein Notgroschen ist genauso gut wie genügend Cash in Reserve zu haben.

 

Das heißt nicht erst zum ATM Rennen, wenn man nur noch umgerechnet 10 € in der Tasche hat sondern Frühzeitig planen! Man kann Cash auch an unterschiedlichen Stellen aufbewahren. Etwas hat man immer am Mann (10-50€), etwas mehr hat man im Daypack (50-100 €), den Großteil dann an 2 verschiedenen Stellen im großen Backpack (jeweils 100-150€). Man verliert auch nicht die Übersicht, wenn man immer dieselbe Menge an Cash an den Orten hat.

 

Nachtrag – heiße Luft

Wie das manchmal so ist… Viel heiße Luft um nichts. Es stellte sich heraus, dass ich ein schlechtes Timing hatte und die Kreditkarte noch über dem Limit war. Das heißt der Transfer meines Geldes auf die Kreditkarte hat länger gedauert und so wurde sie andauernd abgelehnt. Damit kam ich nochmal mit dem Schrecken davon. Diese Situation hat mich auf Reisen trotzdem arg belastet und ich wünsche Sie keinem anderen Backpacker unterwegs.

 

Bereitet euch gut auf solche Situationen vor und Ihr werdet eure Reise in vollen Zügen genießen können. Auch gab es eine Option mir eine Emergency Kreditkarte schicken zu lassen. Das habe ich jetzt auch schon von 2 anderen Weltenbummlern gehört. Das ganze soll dann ziemlich schnell (1-3 Tage) ins Ausland geschickt werden. Aber auch damit soll man nicht an Geld bei ATM’s kommen. Also doch wieder Gebühren durch Umtausch oder Western Union.

 

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Nach dem Master-Studium in Wirtschaftsinformatik habe Ich - der Weltenbummler - mich direkt für ein Jahr und drei Monate auf Weltreise begeben. Ich bin Schauspieler, Börsenhändler, Business Analyst, SEO Spezialist und letztendlich auch Blogger. Scheue keine Herausforderung und suche immer das Abenteuer. Dabei ist das Reisen als Backpacker eines meiner größten Leidenschaften.

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