Backpacking in Island – Polarlichter, Wasserfälle und mehr!

Backpacking in Island

Backpacking in Island war schon immer ein Traum von mir. Seit Jahren höre ich von Couchsurfern, die bei mir übernachten, dass Island eines der schönsten Ziele in Europa ist. Recht haben sie! Ich war und bin immer noch von Island begeistert. Nicht nur weil Land und Leute mich begeistern, sondern weil ich einer der Glücklichen war, der die Nordlichter zu Gesicht bekommen hat. Und das ist wirklich ein Weltwunder für mich – nature-made – versteht sich! In dem Artikel gebe ich euch erst ein paar Allgemeine Informationen zu Island. Danach geht es um die Highlights in Island und welche davon ich selber in Island als Backacker erlebt habe. Begleite mich auf meiner Abenteuertour…

 

 

Allgemeine Infos über Island

Island hat 332.750 Einwohner (31. Dezember 2015). Davon leben mehr als ein Drittel in Reykjavík und Umgebung. Es ist schon erstaunlich, dass nur 40% der Fläche von Island als bewohnbar gilt. Die anderen 60% eignen sich wegen der eisigen Gletscher und kalten Temperaturen im Winter einfach nicht zu leben. Daher ziehen immer Menschen in Island in die Hauptstadt Reykjavík. Zum Beispiel leben die meisten Farmer und Fischer in der Nähe der Küstenregionen.

 

Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull

Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull

Der Tourismus bildet seit ein paar Jahren den zweitgrößten Wirtschaftszweig. Gerade im Sommer ist Island als Reiseziel sehr beliebt. Touristen besuchen Gletscher, buchen Ausritte auf Island-Pferden und vieles mehr (siehe unten). Einen richtigen Tourismusboom verzeichnete Island nach dem Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010. Spätestens nach dem Vulkanausbruch war Island in aller Munde und auch die Low-Budget Airlines bieten seitdem viele günstige Flüge nach Island an.

 

Die Insel ist durch ihre abgeschiedene Lage, die aufstrebende Wirtschaft und Mentalität der Einheimischen ein wirklich interessantes Land. Ich würde es gern als ökonomischen Prototyp bezeichnen. Island weiß es seine Vorteile zu nutzen. So ist Island zu 90% grün und Strom wird fast ausschließlich aus geothermaler Energie gewonnen. Wenn es trotzdem nicht so mit den Finanzen klappt im Staatshaushalt, dann kann man sich auch schnell mal als zahlungsunfähig melden, so wie im Jahr 2008. Passend zum Thema können Touristen auch T-Shirts zu kaufen mit Sprüchen wie „Don’t ask us for Cash or we will send you some Ash“. Der Spruch nimmt Bezug auf den Vulkanausbruch und die für viele Airlines verheerende Aschewolke, die sich über Europa ausbreitete.

 

Dazu kann man auch erwähnen, dass Reykjavík übersetzt so etwas wie „Rauchbucht“ heißt. Der Name ist auf die Dämpfe der heißen Quellen zurückzuführen. Damals kannte man Dampf aber nicht und bezeichnete es fälschlicherweise als Rauch.

 

Highlights in Island

Coole Wasserfälle in Island

Coole Wasserfälle in Island

Die Golden Circle Tour ist mit Sicherheit die bekannteste und beliebteste Tour ab Reykjavík. Sie beinhaltet den Thingvellir Nationalpark, den Wasserfall Gullfoss und den Geysir.

 

Die nächsten spannenden Ausflüge sind die unzähligen Touren zu den Nordlichtern bzw. Polarlichtern. Es werden abendliche Touren aber auch Mehrtagestouren angeboten. Beliebt sind die Super-Jeeps-Touren, mit denen man auch schwer erreichbare Orte anfahren kann. Die Chancen die wundervollen Lichtspiele zu sehen hängen sehr stark von Zeitpunkt, Wetter und Tour ab.

 

Auch die South Coast Tour erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bei der Tour kann man die Wasserfälle Seljalandsfoss and Skógafoss sehen. Auch die kleine Stadt Vik mit dem schwarzen Strand und die Basaltsäulen sind sehr sehenswert. Am Ende der Tour gibt es noch einen Abstecher zu einer Gletscherzunge namens Sólheimajökull. Wenn das Wetter gut ist sieht man auch den Vulkan Eyjafjallajökull, der 2010 das letzte Mal ausgebrochen ist.

 

Apropos Gletscher… im Winter werden auch unterschiedlich lange Gletscher-Wanderungen angeboten, für die man die unterschiedlichsten Ausrüstungen braucht. Und die braucht man wirklich! (Ich habe einen kurzen Teil mit meinen Hiking-Boots ausprobiert und ich kam nicht weit)

 

 

Wer das ewige Eis mag, der wird sich auch für Eis-Höhlen begeistert können. Das kann ich nur empfehlen. Das Eis wirkt schon fast unrealistisch. Das liegt daran, dass durch den hohen Druck das C02 aus dem Eis gedrückt wird. Daher wird das Eis auch so kristallblau. Beeindruckend!

 

Tauch-Touren an der Silfra Spalte beschert dem Tauchenden (oder Schnorchelnden) eine extrem klare Unterwassersicht von bis zu 100 Metern. Man spricht auch öfters davon zwischen zwei Kontinentalplatten zu tauchen, weil dort die amerikanische und europäische Kontinentalplatte zusammentreffen.

 

Die Blaue Lagune ist ein Salzwassersee und ein Thermalbad, ungefähr 20 Minuten von Reykjavík entfernt. Neben der Golden Circle Tour ist die Blaue Lagune das beliebteste Ziel für Touristen. Wer es etwas authentischer mag, der kann auch eines der vielen lokalen Thermalbäder nutzen. Jedes Dorf hat eins!

 

Pferde in Island

Pferde in Island

Vor allem im Sommer kann man extrem viel Wandern. Wanderungen sind auch sehr beliebt in Kombination mit unterschiedlichen Hot-Springs (heißen Quellen). Ein Traum wäre es, den ganzen Tag lang zu wandern und am Abend in einem Hot-Spring zu sitzen und die Polarlichter zu bestaunen…

 

Beliebt sind auch Reitausflüge mit den berühmten Island-Pferden. Man sollte diese nicht Ponys nennen (sie sind halt etwas klein, aber die Einheimischen mögen den Namen nicht).

 

Was ich in Island erlebt habe

Angekommen im schönen Eco Hostel (Reykjavík Downtown Hostel) sind wir erstmal eine kleine Runde spazieren gegangen und haben ein paar Sachen in Supermarkt eingekauft. Während meine Reisepartnerin Pasta kochte, konnte ich etwas im Internet recherchieren und es mir in dem niedlichen Dachboden gemütlich machen.

 

Es war etwas stürmisch. Am Abend wurde unsere Tour für den nächsten Tag abgesagt und auf den übernächsten Tag verschoben. Deswegen haben wir uns entschlossen Reykjavik zu erkunden. Nach einem lokalen Markt waren wir in „The Pearl“ (Perlan) und haben die Aussicht genossen. Danach ging es durch die Altstadt zur bekannten Kirche Hallgrímurs (Hallgrímskirkja). Gleich daneben gibt es ein gemütliches kleines Lokal mit dem Namen „Café Loki“, in dem wir ein paar lokale Snacks bestellten.

 

 

Die South Coast Tour am darauffolgenden Tag hatte so Einiges zu bieten! Durchgeführt wurde die Tour mit GeoIceland. Der Guide war super lustig und hat viele Informationen über Island preisgegeben. Wir hatten zudem das Glück, dass wir die großen Touristenbusse weitestgehend vermeiden konnten. Erster Haltepunkt auf der Tour war der Wasserfall „Seljalandfoss“. Im Sommer kann man sogar hinter dem Wasserfall langlaufen. Im Winter sollte man das aber lassen, denn wenn Eis oder Schnee herunterrutscht, dann besteht wortwörtlich Lebensgefahr. Generell sollte man die Gefahren bei aller Schönheit von Island nicht unterschätzen! Island ist touristisch gesehen ein sehr junges Land in dem man noch sehr viel erleben darf. Bei den vielen Vorfällen in den letzten Jahren ist es nur eine Frage der Zeit, bis Zäune gebaut werden und Sehenswürdigkeiten nur noch eingeschränkt betreten werden dürfen…

 

Der zweite Wasserfall „Skogarfoss“ war genauso sehenswert wie der erste. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich und einzigartig jeder einzelne Wasserfall ist. Auf dem Weg haben wir auch Ryan kennen gelernt, der mit seiner Drohne unterwegs war. Das Video oben bei dem Highlights ist von ihm. Er hat auch einen sehr geilen Instagram Account.

 

Kurz danach ging es nach „Reynisfjara“ und „Vik“ (dt. Bucht am sumpfigen Tal). Der sogenannte schwarze Strand war für mich persönlich nicht ganz so spektakulär, aber immer noch sehenswert. Kann aber für Leute, die im benachbarten Irland noch nie die Basaltsäulen gesehen haben, sehr interessant sein. Der Strand und die Wellen in Island können zudem sehr tückisch sein, weil zwischen der Arktis und Island kein weiteres Land ist… Die Wellen kommen also nicht so typisch in Sets, wie das vielleicht der ein oder andere Surfer kennt. Ab und zu kommt auch mal ein „schlummernder Killer“ (so wurde es von einigen Einheimischen mal bezeichnet). Die Wellen reichen dann sehr weit, ziehen einen schnell zu Boden und ins Meer hinaus. Leider sind Todesfälle keine Ausnahme mehr, da Touristen teilweise extrem unvorsichtig sind.

 

Am Ende besuchten wir „Solheimajokull“; eine Gletscherzunge des Gletschers Mýrdalsjökulls. Ich sage euch das mit den Namen ist schon so eine Sache in Island. Als Backpacker hatte ich selten so große Probleme mir die Namen zu merken. Auch für den Artikel musste ich jeden Namen nochmal nachschlagen. Der Gletscher war schon sehr beeindruckend! Es waren auch ein paar Leute zum Eisklettern da. Das hat mich schon sehr an Bolivien erinnert.

 

 

Am nächsten Tag stand die Golden Circle Tour (Beschreibung siehe oben) auf dem Programm. Auch hier waren wir mit GeoIceland unterwegs. Über die atemberaubende Schönheit Islands brauchen wir gar nicht streiten. Das Land ist mit seinen einzigartigen Bedingungen ein absoluter Reise-Knaller! Neben den Wasserfällen und dem Glacier von der South Coast Tour war für mich der Geysir ein besonderes Highlight. Diesen gibt es in der Form so nur noch in den USA und in Neuseeland.

 

Auch die tektonischen Platten hatten ihren Charme. Wobei ich am liebsten auch auf den Tauchgang gegangen wäre, aber vielleicht kommt nochmal die Gelegenheit im Sommer. Besonders hervorgehoben wurden die geothermologischen Aktivitäten, Vulkane und natürlich auch die Glaciere.

 

Je nachdem wie viel Zeit ihr in Island verbringt empfehle ich euch einen Besuch in einer der vielen Thermen. Natürlich ist die Blaue Lagune eine super Attraktion, aber es ist auch sehr touristisch und teuer. Ihr kommt definitiv auf eure Kosten, wenn ihr zu den Thermalbädern in Reykjavik geht. Die Preise sind im Vergleich zu anderen Unternehmen gering. Einheimische gehen regelmäßig (manche sogar täglich) dorthin und unterhalten sich dort. Ideal um ins Gespräch zu kommen. Ich mochte den Spruch eines Isländers „Thermalbäder sind für Lokals sowas wie Sonne tanken im Winter“…

 

 

Nicht zu vergessen ist natürlich die Polarlichter/Nordlichter Island Tour am selben Tag (ja, es war ein vollgepackter Tag). Um acht Uhr abends wurden wir abgeholt. Der Wetterbericht sagte nicht unbedingt das beste Wetter voraus. Schon am Vortag wurde die Tour abgesagt, weil die Chance die Nordlichter zu sehen, zu gering war. Selbst wenn der Himmel klar ist und die Nacht dunkel, gibt es keine Garantie die Polarlichter zu sehen. Dafür müssen diese auch aktiv genug sein.

 

Die Seite vedur.is ist ein super Indikator und Informationsquelle, um sowohl die Aktivität der Polarlichter als auch das Wetter in Erfahrung zu bringen. Man kann dort auch in andere Tage und Zeiten springen und vergleichen. Wie gesagt war Island im Westen sehr bewölkt aber um Mitternacht sollte es sich etwas legen im Süden. Meine Vermutung war schon vorher, dass es dorthin gehen wird. Lange Rede – kurzer Sinn. Nach langer Fahrt haben wir einen halbwegs passenden Platz gefunden und übergaben unser Schicksal dem Glück.

 

Man konnte zwar in der Spezial-Kamera eine leichte Aktivität sehen, aber mit bloßem Auge war nichts sichtbar. Nach einer halben Stunde dann passierte es aber. Die Aktivität stieg immer und immer mehr… Für 15 Minuten konnten wir das Naturspektakel beobachten. Es war der Wahnsinn. Natürlich nicht so schön wie in den tausenden YouTube Videos, die bei perfekten Konditionen gedreht wurden. ABER es war einfach echt, authentisch und mega-geil. Wir hatten wahnsinnig viel Glück in der Nacht (selbst bei guten Bedingen ist die Wahrscheinlichkeit Polarlichter zu sehen durchschnittlich nur bei 20%).

 

 

Zusammenfassung und Fazit

Als Backpacking-Ziel ist Island zwar etwas teurer als der Durchschnitt, aber wahnsinnig sehenswert. Das gilt nicht nur für den Sommer. Alle Jahreszeiten haben ihren Reiz. Wir hatten nur fünf Tage, aber dafür haben wir jede Sekunde genutzt und sind sehr zufrieden. Natürlich muss man auch sagen, dass wir wahnsinnig viel Glück mit dem Wetter und den Polarlichtern hatten.

 

Es gibt wirklich viel zu erleben in Island. Im Sommer hat man zudem die Möglichkeit, Island mittig zu durchqueren. Auch Camping und Trampen ist in Island möglich! Bleibt also gespannt, vielleicht kommt da noch was =)

 

Wer sich nicht so sehr stressen will, der plant als Backpacker zwei Wochen Reisezeit und ein Budget von ungefähr 700 Euro ein. Ist natürlich alles abhängig von den eigenen Standards und Wünschen. Man kann durchaus günstig durch Island reisen, wenn man etwas abenteuerlustiger ist…

 

Dieser Text wurde durch ein Lektorat-Service von Sabei Dii korrigiert.

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Nach dem Master-Studium in Wirtschaftsinformatik habe Ich - der Weltenbummler - mich direkt für ein Jahr und drei Monate auf Weltreise begeben. Ich bin Schauspieler, Börsenhändler, Business Analyst, SEO Spezialist und letztendlich auch Blogger. Scheue keine Herausforderung und suche immer das Abenteuer. Dabei ist das Reisen als Backpacker eines meiner größten Leidenschaften.

8 Kommentare zu “Backpacking in Island – Polarlichter, Wasserfälle und mehr!”

  1. Elisa sagt:

    Hey Chris,

    das ist wirklich ein umfassender und schöner Artikel! Island ist ein Traum. Ich war letztes Jahr im Dezember dort und wollte eigentlich nicht wieder weg. In 4 Tagen habe ich nur ein Bruchteil gesehen und das hat mich schon total fasziniert. Nordlichter konnte ich auch beobachten, leider waren sie nicht ganz so intensiv. Auf alle Fälle muss ich wieder hin. Und dieses Video ist wirklich ein Traum. 🙂

    Viele Grüße
    Elisa

  2. Dieser Moment, wenn das Fernweh sich wieder meldet … Island ist so unbeschreiblich schön und wir waren immer noch nicht da … 🙁 Danke für den tollen Artikel und die Tipps!!

    • Ich kenne das… Ist echt schwer, wenn man in anderen Reiseblogs stoebert… Island ist wirklich geil. Im Sommer, als auch im Winter. Vielleicht fliegen wir im Sommer nochmal hin fuer Trampen, Hiken und Campen…

  3. Annika sagt:

    Richtig toller Artikel und Bilder. Bin total begeistert und möchte auch unbedingt einmal in meinem Leben Polarlichter sehen. LG

  4. Kurt sagt:

    Schöner Artikel. In welchem Monat wart ihr auf Island.

    Gruß
    Kurt

  5. Lina sagt:

    Es war tolle Reise. Ich würde auch gerne Island besuchen!

  6. […] Für mich sind die Galapagos Inseln eines der besten Beispiele wie Nachhaltiger Tourismus funktionieren kann. Natürlich ist auch da nicht alles „grün“, gerade weil es durch den Boom so bekannt wurde, aber es wird bei der Vermarktung viel Wert daraufgelegt. Auch Island hat für mich einen sehr grünen Charakter. Ich selber war dort in einem Eco Hostel und total begeistert (mehr über meinen Backpacking Trip nach Island). […]

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