Die Pinnacles im Gunung Mulu Nationalpark in Borneo

Pinnacles

Der Gunung Mulu Nationalpark befindet sich auf Borneo an der Grenze zu Brunei. Er ist ein geschützter Regenwald und bekannt für seine beeindruckenden Gipfel und Höhlen. Bei den „Pinnacles“ des Gunung Api handelt es sich um hohe, gezackte Kalksteinformationen, an denen es steile Wanderwege gibt. Jeder Hiker, Kletterer oder einfach nur Naturliebhaber, welcher auf der Suche nach einem Dschungelabenteuer und einer Herausforderung ist, sollte sich den dreitägigen Pinnacletrack in Mulu definitiv auf die To-Do-Liste setzen.

 

 

Kosten für den Gunung Mulu Nationalpark und den Pinnacletrack

Um hierher zu gelangen kann man entweder eine verdammt lange Busfahrt auf sich nehmen, oder einfach den Flieger wählen. Ein Flieger von Kuching oder Kota Kinabalu aus nach Mulu schenkt sich nicht viel und man findet Flüge ab 35€.

 

Die größere Frage die man sich stellen muss ist, ob man eine Tour buchen möchte, oder lieber alles alleine planen will. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Die „do it yourself – Variante“ bedeutete zwar mehr Aufwand, aber letztendlich ließen sich somit fast 150€ pro Person sparen. Verpflegung besorgt man sich im besten Fall schon vor der Ankunft im Gunung Mulu Nationalpark. Einerseits gibt es dort nicht wirklich die Möglichkeit etwas einzukaufen und andererseits sind die Preise vor Ort um einiges teurer.

 

Unterkünfte kann man entweder vorab im Internet reservieren oder man geht einfach spontan hin und frägt herum wo Platz ist. Die Preise hängen ganz davon ab, welchen Standart man möchte bzw. was man bereit ist auszugeben. Über Booking.com findet man zahlreiche Angebote. Wir wählten eine der günstigsten Varianten aus und blieben in einem Backpackers für 7€ pro Nacht inklusive Frühstück. Zu Fuß vom Backpackers sind es etwa 10 Minuten bis zum Eingang des Nationalparks. Hinter dem Haus liegt ein großer Garten und es fließt direkt der Fluss entlang, in welchem man nach einem langen Tag im Park ein erfrischendes Bad nehmen kann.

 

Der Eintritt selbst in den Nationalpark kostet 7€. Man bekommt ein Bändchen mit dem man 5 Tage Zugang zum Park bekommt. Es fällt jedoch auch nicht auf, wenn man ein oder zwei Tage dranhängt. Kontrolliert wird das ganze nämlich nicht wirklich. Die sonstigen Besichtigungen der Höhlen kosten ebenfalls 6 bis 7€ und sind ohne einen Guide nicht zugänglich. Bei den Pinnacles, einer der größeren Tracks, ist man mit ca. 90€ dabei (inbegriffen sind die Bootsfahrten in den Dschungel und zurück, 2 Nächte im Camp 5 und der Guide für den Aufstieg auf den Gipfel).

 

Die meisten Tracks und Sehenswürdigkeiten im Park sind kostenpflichtig. Dennoch lohnt sich ein Spaziergang durch den Park auf eigene Faust. Es gibt durchaus sehenswerte Plätzchen die kostenlos zu erkunden sind. Als Beispiel die Fledermausschwärme beim nächtlichen Aufbruch aus der Deer Cave. 2-3 Millionen Fledermäuse strömen beim Einbruch der Dunkelheit aus dem größten Höhleneingang der Welt, um sich in der Nacht auf die Suche nach Insekten zu machen.

 

Ablauf des dreitägigen Pinnacletracks im Gunung Mulu Nationalpark

Tag 1: Anreise bis zum Camp 5

Pinnacletrack

Pinnacletrack

Der erste Tag besteht aus der Anreise zum Camp 5, von wo aus der eigentliche Track zu den Pinnacles startet. Gegen 9 Uhr morgens wird man mit einem schmalen, langen, aus Holz gebauten Boot ins Innere des Dschungels transportiert. Die Bootstour an sich dauert etwa 30-45 Minuten und man hat zwei Zwischenstopps, um die „cave of the winds“ und die „clearwatercave“ zu besichtigen.

 

Angekommen an einer kleinen Stromschnelle inmitten im Dschungel heißt es dann plötzlich „Endstation“. Der Bootsmann wirft einen raus und anschließend stehen einem noch 9 Kilometer Fußweg bis zum Camp 5 bevor. Die schwüle, drückende Hitze und das vorherige erforschen der Höhlen zehren ganz schön an den Kräften. Der Weg zum Camp 5 kann sich von daher wie Kaugummi ziehen. Ein einfacher Trampelpfad der strickt geradeaus führt und ca. 2 bis 3 Stunden Zeit in Anspruch nimmt.

 

Abends im Camp trifft man erstmals auf seinen Guide, mit dem man den nächsten Tag, die Besteigung der Pinnacles, bespricht. Die Guides leben im Nationalpark und verbringen meist eine Woche am Stück in verschiedenen Camps um unterschiedliche Touren anzuführen. Meist recht junge, äußerst fitte Kerle mit einer großen Portion Humor. Mit diesem vermitteln Sie einem eine gewisse Portion Respekt vor den Pinacles, wovon man sich jedoch nicht verunsichern lassen sollte.

 

Tag 2: Besteigung der Pinnacles

Morgens 5:30 Uhr -> Der Wecker klingelt. Frühstück, Kaffee, Rucksack auf, Schuhe an und los geht’s! Um 6:15 Uhr startet der Hike. Zeit zum wach werden gibt es leider nicht. Nach 100 Metern geht es ohne jegliches warm up los. Vertikal den Berg nach oben! Mit wandern hat das ganze nichtmehr ganz so viel zu tun. Auf dem Weg gibt es 3 Stationen, welche man in einer gewissen Zeit erreichen muss. 60 Minuten hat man um die ersten 400 Meter zurückzulegen. Schafft man dies nicht, muss man umdrehen, da man ansonsten die Strecke nicht vor Einbruch der Dunkelheit beenden wird. Das Tempo des Guides kann aufgrunddessen ganz schön stramm wirken auf den ersten Metern. Das hängt natürlich auch immer davon ab, wie viele Personen eine Gruppe bilden und wie fit diese sind.

 

Man schwitzt wortwörtlich wie ein Wasserfall und nach dem ersten Part kann man sein T-Shirt vom Schweiß ausdrehen. Eine kurze Pause und weiter geht’s. Der zweite Stopp ist nach 300 Metern. Nach einer gewissen Zeit schaltet auch der Kopf aus und man gelangt in eine Art Trance. Das vertikale aufwärtsklettern ist somit nur noch halb so schlimm. Einen Fuß über den Anderen und eine Hand über die Andere. Nicht hochschauen und nicht nachdenken.

 

Pinnacletrack

Pinnacletrack

Nach weiteren 800 Metern und insgesamt 2,5 Stunden später startet dann der eigentlich spaßige Teil. Klettern an Felsen ohne Sicherungen. Einzige Hilfestellung bietet sich durch nicht ganz vertrauensvoll befästigten Stahlleitern, Seile und Bretter. Ab diesem Punkt noch 400 Meter bis zur Spitze. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein gewisser Grad an Fitness sind definitiv von Vorteil.

 

Nach Erreichung des Gipfels (ca. 3,5 Stunden) lohnt es sich jedoch. Die Aussicht ist gigantisch und noch besser fühlt es sich an zu realisieren, den Aufstieg geschafft zu haben.

 

Im Anschluss an eine kurze Vormittagspause dann der Abstieg. 4 bis 5 Stunden liegen dann noch vor einem und jeder der Erfahrung im Klettern und Hiken hat weiß, dass der Abstieg um einiges härter ist als der Aufstieg. Man muss sein Maß an Konzentration beim Abstieg noch einmal komplett zusammenraffen. Ein falscher Tritt kann fatale Folgen mit sich ziehen.

 

Tag 3: Abreise aus dem Camp 5 nach dem Pinnacletrack

Um welche Uhrzeit man zurückkehren möchte ist flexibel. Wir mussten lediglich Bescheid geben wann wir loslaufen, damit unser Guide ein Boot für uns bestellen konnte. Es steht einem nochmal der 9 Kilometer lange Weg und die Bootsfahrt bevor.

 

Auf Nachfrage ist es auch möglich noch ein paar Tage länger im Camp zu verbringen. Wer dies in Erwägung zieht, sollte sich schon zu Beginn mit ausreichend Essen eindecken.

 

Fazit zu den Pinnacles im Mulu Nationalpark

Do it! Es ist eine einzigartige Erfahrung. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Als wäre man aus der Zivilisation entführt worden. Kein WLAN, kein Empfang. Klar, es gibt in den Resorts natürlich (schlechtes) WLAN für einen kleinen Preis, aber wo bleibt da der Spaß?! Nicht erreichbar zu sein lässt einen dieses Abenteuer um einiges mehr genießen. Man lebt im Hier und Jetzt und alles andere scheint ganz weit weg zu sein.

 

Die Pinnacles an sich sind im Großen und Ganzen zwar kein direktes Schnäppchen, aber insofern man bereit ist die Planung selbst anzugehen lässt sich durchaus ein ordentlicher Betrag sparen. Ich kann es mit bestem Gewissen empfehlen und würde beim nächsten mal definitiv ein paar Tage mehr im Camp 5 verbringen.

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Ich bin Jacky, 23 Jahre alt, geboren und aufgewachsen im schönen kleinen Saarland. Anfang 2019 habe ich meinen Bachelor im Gesundheitsmanagement abgeschlossen. Kurz darauf zog es mich, statt in das Masterstudium oder das Arbeitsleben, wieder in die Welt hinaus und aktuell bin ich in Südostasien unterwegs. Ich würde mich definitiv eher den Naturfreunden zuordnen und bevorzuge Orte und Gegenden abseits des Touristenwahnsinns. Das Leben in fremden Ländern kennenlernen, in Kontakt mit Einheimischen treten, meine Grenzen austesten, die Landschaft erkunden… so könnte man es kurz und knapp zusammenfassen.

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