Als Digital-Nomade New York lieben und dort leben

Es hat wahrscheinlich jeder bestimmte Stadtbilder des „Big Apple“ vor Augen, selbst wenn er nie da war. Der einfache Grund dafür ist die schier unendliche Anzahl an Filmkulissen, die es hier gibt. Denn nur wenige Städte sind so facettenreich wie New York City. NYC besteht aus fünf komplett unterschiedlichen Stadtteilen: Manhattan, Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island. Nur um einen Stadtteil gut kennenzulernen, benötigt man mehrere Tage oder gar Wochen. Deshalb bietet es sich an, sofern möglich, über einen längeren Zeitraum in der Stadt zu bleiben. Viele Backpacker bleiben in New York, weil die Stadt zum einen viel zu bieten hat und auch zu jeder Zeit erkundet werden kann. In New York hat man das große Gefühl vom Traum eines jeden Amerikaners. Es fühlt sich aufregend, gefährlich und abenteuerlustig an. Viele träumen davon in New York zu leben oder zumindest die Stadt einmal zu besuchen. Lasst uns zusammen New York mal unter die Lupe nehmen.

 

Dennis, der mediale Digital-Nomade

Hi zusammen! Ich bin der Dennis aus Ostfriesland und studiere derzeit in Bremen „irgendwas mit Medien“. Nebenbei versuche ich so häufig wie es Zeit und Geldbeutel zulassen zu reisen. In den letzten Jahren bin ich so auf den Philippinen, in den USA, in vielen südamerikanischen Ländern sowie diversen europäischen Großstädten gelandet. Mein nächstes Abenteuer wird mich erneut nach Brasilien führen, wofür ich im Moment akribisch „português“ lerne.

 

Ich habe den Artikel in zwei Teile unterteilt:

Zunächst die großartigen Erfahrungen, die ich persönlich in New York gesammelt habe und anschließend möchte ich darauf basierend einige Tipps weitergeben, die es einem erleichtern sollen, in New York eine wundervolle Zeit zu erleben. Unter anderem ist New York bekannt für Sprachreisen, Freiwilligenarbeit und Work & Travel, die sich zahlreich anbieten.

 

  • In meiner persönlichen Reiseerfahrung widme ich mich maßgeblich den Hauptattraktionen New Yorks und bei den Tipps etwas unkonventionelleren Dingen. Ich glaube, dass ein unendlich schöner Aufenthalt in New York aus einer gesunden Mischung von Tourismus und der eigenständigen Suche nach (sub)kulturellen Begebenheiten besteht. Zu sagen man war in New York und man hat weder den Times Square noch Ground Zero gesehen ist irgendwie ein No-go.
     
  • Doch erst die Dinge, die nicht jeder sieht, machen einen Aufenthalt im Big Apple einzigartig. Daher gebe anschließend noch allgemeine Tipps, wie man in New York von extravaganten und animalischen Dingen erfährt.

 

Meine Reise nach New York

Anreise und Unterkunft

Durch eine Mail stolperte ich über einen Preisfehler und buchte mit einem Kumpel spontan die Route Amsterdam-Newark, JFK-München, München-Frankfurt für sagenhafte 250€. Als Studenten waren wir natürlich etwas knapp bei Kasse und entschieden uns deshalb, es mal über Couchsurfing zu probieren. Für zwei Wochen kamen wir bei Ash, einem tätowierten, Moustache-tragenden Mittdreißiger mit drei Katzen, unter. Wir hatten sogar einen eigenen Schlüssel und quartierten in Ashs Auftrag weitere Leute bei ihm ein, denn „prices are fuckin‘ retarded in New York“.

 

Sehr gutmütig und auch sehr abgefahren, so folgten wir ihm z.B. zu seinem Hobby – dem „NYC Longsword Fencing Club“. Ash hatte aus Hartplastik eine Art Ritterrüstung gebastelt, die man mit einem Football Helm kombinierte. Dann das schwere, lange Plastikschwert in die Hand genommen und auf zum Schwertkampf im Park. Zugegeben ein wenig crazy, aber auch witzig und körperlich anstrengend. In jedem Fall hatten wir im Big Apple ein kostenloses zu Hause mit viel Entertainment.

 

Hauptattraktionen in New York

Auch wer gerne abseits des Massentourismus reist, wird an einigen Tourismus-überhäuften Hot Spots seinen Gefallen finden: Central Park, Empire State Building (und/oder Rockefeller Center), MoMA, Guggenheim, Ground Zero, China Town, Wall Street, Times Square, Freiheitsstatue, Brooklyn Bridge und und und. New York ist nun mal eine Stadt der Superlative und all die Hauptattraktionen sind ihre Reise wert, insbesondere da man außer beim Empire State Building und dem Rockefeller Center die Möglichkeit hat, alles kostenlos zu besichtigen (s. Abschnitt „Things for free“).

Die New Yorker Skyline imponierte uns schon beim Anflug, doch ein schönes selbstgemachtes Foto von einem der höchsten Gebäude New Yorks (Empire State Building und Rockefeller Center) musste dann ebenfalls sein. Wir entschieden uns für das Rockefeller Center und ich möchte an dieser Stelle empfehlen, dies bei Sonnenuntergang zu machen – das ist dann wirklich ein fabelhafter Anblick. Man kann von den Staaten und New York halten was man will – die Aussicht ist geil, basta!

 

Als krassen Kontrast zur Skyline haben wir am selben Tag den wunderschönen Central Park erkundet, der mal ebenso die Fläche von ca. 489 Fußballfeldern einnimmt – im Herzen von Manhattan. Parkanlagen, Seen, Straßenkünstler und kleine Stände laden hier zum Relaxen ein. Ruhe und Natur mitten im Trubel – so lässt sich der Central Park wahrscheinlich am besten beschreiben. Um das ganz auszukosten, haben wir uns ein Boot gemietet und sind ein wenig umher gepaddelt. Sollte man illegaler Weise vorhaben, außerhalb von Bars und Clubs mal ein gemütliches Bier zu trinken, wäre es auf einem Boot auf dem See im Central Park wohl recht gut versteckt. Aber wer macht schon so was?

New Yorker Kulturziele

Genau zwischen dem Rockefeller Center und dem Central Park liegt das Museum of Modern Art (MoMA). Bei unserem Besuch konnte man das MoMA an einem Tag kostenlos besuchen (heute „UNIQLO Free Friday Night“) und es bietet wirklich eine riesige Masse an atemberaubender und faszinierender Kunst, aber natürlich auch die typischen „Ich-wüsste-nicht-ob-das-Müll-oder-Kunst-ist-Kunstwerke“. Das Guggenheim (auch in Central Park Nähe) zu besichtigen, ist dagegen ein wenig entspannter, da es einfach nicht so groß ist. Schon die Architektur ist ein phänomenales Kunstwerk – von innen und von außen.

 

Hier erwarten einen abstrakte, impressionistische, expressionistische und surrealistische Kunstwerke. An einem Samstagnachmittag quasi umsonst – „pay what you wish“. Ich muss ehrlicher Weise zugeben, dass ich mich nicht sonderlich mit Kunst auskenne und immer völlig subjektiv entscheide, was mir gefällt und eher nicht zusagt. Vor diesem Hintergrund: In diesen beiden Museen gibt es in jedem Fall einiges der Kategorie „Gefällt mir“, um es in zeitgemäßer Social-Media-Sprache zu sagen.

 

Für das kulinarische Wohl zwischendurch gibt es in New York selbstverständlich alles von Street Food bis zum erstklassigen Restaurant. In China Town zu essen gehörte definitiv zu unseren Highlights, nicht nur weil es mal eine Abwechslung zu Burger und Pizza war, sondern vor allem, weil man sich in China Town auf einmal in einer anderen Kultur befindet. Solche kulturellen Kontraste haben mich schon immer beeindruckt, sodass ich mich gerne in eine andere Welt begebe bzw. dazwischen. Beim Ground Zero kam dieses Gefühl ebenfalls auf, wenn auch auf andere Art und Weise: Die Vorstellung, dass hier einmal die Zwillingstürme und das WTC7 standen und viele Unschuldige ihr Leben lassen mussten, betrübt einen natürlich.

 

Auch wenn ich persönlich die offizielle Geschichte von 9/11, wie auch anerkannte Wissenschaftler, für unrealistisch halte, habe ich versucht, mich in die Lage der Opfer und ihrer Angehörigen zu versetzen, um zu verstehen, was hier passiert ist. Es ist mir nicht gelungen und ich bin mir nicht sicher, ob es gut oder schlecht ist, wenn man solche Gräueltaten nicht nachvollziehen kann. In jedem Fall bin ich der Meinung, dass jeder der New York besichtigt an diesen Ort kommen muss, da 9/11 so viele Dinge im Weltgeschehen verändert hat.

 

Ein kleiner Seitensprung

Wer viel Zeit hat oder mal einen kurzen Ausflug machen will, der hat natürlich eine riesige Anzahl von Möglichkeiten außerhalb von New York. Mein Kumpel und ich entschieden uns für ein paar Tage in Philadelphia aka. „Philly“ und einen Tag im Achterbahnpark „Six Flags“, in New Jersey. Zu Philly kann ich leider nicht so viel sagen, weil ich dummerweise krank geworden bin, doch ich war trotzdem im Magic Garden, was eine herrliche Besichtigung war: Viele kleine, bunte Mosaike, Müll und Scherben zu prachtvollen Kunstwerken zusammengesetzt. Absolut beeindruckend.

 

Glücklicherweise war ich bei unserem Besuch im Achterbahnpark in New Jersey wieder top fit, denn hier heißt es: Höher, schneller, weiter! Für die Hauptattraktion „Kingda Ka“, die mit ca. 140m Höhe und einer Geschwindigkeit von 206 km/h die höchste und schnellste Achterbahn Nordamerikas ist, haben wir uns sogar die Muße gegeben, uns an der Schlange für die vorderste Sitzreihe anzustellen. Aber es war jede Minute wert und wer auf ein wenig Thrill steht sollte unbedingt hierhin fahren – der Heidepark Soltau ist ein verdammter Witz dagegen.

 

Tipps und Tricks

Gimme the blues

In kaum einer Stadt gibt es so viele qualitativ hochwertige musikalische Angebote wie in New York. Wer Blues, Jazz und/oder Swing mag, muss hier mindestens einmal auf einem Konzert gewesen sein. Sicherlich sind weltberühmte Locations wie die „Carnegie Hall“ oder ein riesiges, zentral liegendes Lokal am Broadway wie der „B.B. King Blues Club“ immer ein Erlebnis wert, doch auch für den kleineren Geldbeutel finden sich verlockende und einzigartige Momente. Es gibt eine gute Auswahl an Blues- und Jazz-Lokalen, bei denen es sich lohnt, das Programm zu checken.

 

Darüber hinaus bietet das Apollo Theater im Manhattaner Viertel Harlem, jeden Mittwoch bei der „Amateur Night“ eine fesselnde Show. Und wer es am liebsten ganz extravagant und spektakulär möchte, sollte sich nach versteckten Bars, genannt „Speakeasies“, umhören. Hier treffen besondere Leute an besonderen Orten zusammen: Mal ist die Speakeasy in einem Hinterhof, mal versteckt in einem Café oder an ganz ungewöhnlichen Orten, die es zu entdecken gilt.

 

Williamsburg – Die Geburtsstätte des Hipsters

Hornbrille, Undercut, Röhrenjeans, spitze Schuhe, iPad unterm rechten Arm, Club Mate in der Hand und das Ganze natürlich im „Used Look“. So in etwa sieht der stereotypisierte Berliner Hipster aus. Doch wie muss man sich das Original vorstellen? Hierzu fährt man einfach nach Brooklyn, ins Viertel Williamsburg, wo man sich nicht nur auf die Ursprungssuche des Hipsters machen kann, sondern auch ein sehr großes Angebot von alternativen und, nun ja, hippen Bars, Geschäften, Cafés und Clubs findet. Doch auch andere Viertel sind absolut empfehlenswert.

 

Wenn man z.B. gerne Burger isst, ist ein saftiger und mächtiger „Ramen Burger“ in 899 Bergen St, Brooklyn, NY 11238 ein absolutes Muss. Die eigentlich einfache Erfindung aus Instant-Ramen-Nudeln die Burger-Brötchen herzustellen, begeisterte im vergangenen Jahr nicht nur New Yorker, sondern wurde durch Blogs in viele Länder getragen. Der Ramen-Burger ist dabei nur ein kleiner Teil einer großen „Food-Hybrid“-Welle.

 

Food Hybrids kommen ursprünglich aus Manhatten

Die sogenannten „food hybrids“, also die Kombination aus zwei verschiedenen Gerichten, haben eine gigantische Trendwelle ausgelöst: Neben dem Ramen Burger gibt es bereits Cronuts (Croissant mit Donut), Cragel (Croissant mit Bagel), Bruffins (Brioche mit Muffin) und viele andere verrückte Kreationen. Durch Social Media haben sich die Speisen rasch um den ganzen Globus verbreitet und viele Hypes ausgelöst. Es bleibt abzuwarten, welche Hybride sich im festen Speiseplan etablieren werden. Der Cronut hat als Erster seiner Sorte sicherlich die Favoritenrolle. Der Erfinder, Dominique Ansel, betreibt seine preisgekrönte Bäckerei in Lower Manhattan. Sie ist sicher nicht die allergünstigste, doch immer noch bezahlbar. Aber Vorsicht: Für den Cronut gibt es eine extra Schlange.

 

Die bösen Jungs aus der Bronx

Noch immer hat der nördlichste Stadtteil New Yorks den Ruf von Gewalt und Chaos. Jedoch lassen sich gerade hier viele Dinge entdecken, die die meisten Touristen gar nicht auf dem Schirm haben. Der ein oder andere mag zwar zu einem Yankee-Spiel herkommen, doch nur wenige kommen gezielt zum Entspannen im Park oder zum Essen. Dabei erwartet einen z.B. im Viertel Riverdale ein nobler Anblick, den man von der Bronx so gar nicht erwartet hätte.

 

Außerdem ist die Bronx als Geburtsstätte des Hip-Hop natürlich ein absolutes Muss für Fans und Liebhaber des Genres. Hierfür gibt es spezielle Touren oder man macht sich einfach alleine auf die Suche nach dem Ursprung von Rap, Breakdance, DJing, Graffiti und Beatboxing. Eine kleine Einführung zur Bronx generell gibt es beim Merian Magazin.

 

Things for free in New York

In New York City kann es schnell mal passieren, dass das Geld knapp wird. Doch glücklicherweise gibt es unendlich viele Dinge, die man ganz umsonst machen kann: Museen, Festivals, Comedy, Konzerte, Events… Man kann sogar die Freiheitsstatue umsonst besichtigen, indem man mit der kostenlosen Fähre nach Staten Island hin- und zurückfährt (man darf auch gerne direkt wieder zurückfahren – in Staten Island gibt es tatsächlich nicht so viele bis gar keine spannende/n Dinge, die man tun kann). Und wie hält man sich mit kostenlosen Angeboten up-to-date?

 

Ganz einfach über das Time Out New York. Jedoch lässt sich natürlich mit Übernachtungen das meiste Geld sparen: Schon ein Dorm in einem unteren Mittelklasse-Hostel kostet rund 30 Dollar die Nacht. Dabei gibt es in New York extrem viele Couchsurfing-Hosts (natürlich auch viele Couchsurfer, die einen Host suchen), bei denen man mit einem schicken Profil und ein paar Referenzen sicherlich eine Chance hat unterzukommen.

 

Wem es zu gewagt ist bei jemandem zu übernachten, den man nicht persönlich kennt, für den bietet sich die Möglichkeit an einem Couchsurfing-Event teilzunehmen. Am besten zur Host-Suche ist das wöchentliche Treffen (es gibt mehrere), da hier viele interessante Leute mit spannenden Geschichten aus der ganzen Welt zusammenkommen. Selbst wenn man keinen Host sucht oder findet, lohnt es sich hier vorbeizuschauen, um sich von den Locals ein paar Insider-Tipps einzuholen.

 

Let’s go

Ich hoffe der Eine oder Andere fühlt sich nun inspiriert New York mal zu erkunden und kann ein paar Anregungen mitnehmen. Ich glaube, dass absolut jeder eine großartige Zeit in New York genießen kann, denn die Stadt hat viele Gesichter. Viel Spaß und let’s go!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert