Bertha Benz Memorial Route – Radtour oder Autotour in Deutschland

Bertha Benz Memorial Route

Ich spüre die Bertha Benz Memorial Route noch immer in meinen Beinen. Die Tour ist ja eigentlich eine beliebte Autotour (ich bin mit Rennrad gefahren) in Deutschland, aber da ich für meine große Rennrad Tour etwas Training brauch, war die ca. 194 km lange Tour perfekt geeignet. Die Bertha Benz Memorial Route beginnt eigentlich von Mannheim. Ich bin allerdings von Frankfurt gestartet. Aus der Tour möchte ich in der Einleitung gar nicht so viel vorweg nehmen. Ich kann aber verraten, dass die Tour, ob nun mit Auto oder Rennrad, wirklich empfehlenswert ist und es viele tolle Orte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten zu erkunden gibt. Ich war mit dem Rennrad zwei Tage unterwegs und bin mit dem Bus zurück gefahren. Im Artikel gibt es mehr Informationen zur Bertha Benz Memorial Route und natürlich meine Erlebnisse und Eindrücke während dieser Tour.

 

Bertha Benz Memorial Route

Die Bertha Benz Memorial Route ist eine deutsche Touristik- bzw. Ferienstraße mit kulturhistorischem Hintergrund. Sie ermöglicht heute jedem, die Strecke selbst nachzufahren, die Bertha Benz 1888 für die erste automobile Fernfahrt in der Geschichte wählte. Zum Hintergrund ist zu wissen, dass Carl Benz in Mannheim 1886 das erste Automobil erfand und seine Ehefrau Bertha Benz 1888 die heute bekannte Bertha Benz Memorial Route mit ihren beiden Söhnen durchführte um die Alltagstauglichkeit der pferdelosen Kusche zu beweisen. Dies verhalf dem Automobil zum großen Durchbruch. (Mehr auf Wikipedia)

 

Deutschland erkunden und erleben

Oft habe ich während meiner Weltreise gemerkt, dass ich gar nicht so viel von Deutschland gesehen habe. Es ist doch immer so, dass man in seiner eigenen Stadt oder Land sich nicht so viel anschaut, als von den exotischen Urlaubszielen oder Städtetrips im Ausland. Das will ich vor meiner nächsten Weltreise ändern. Schon jetzt habe ich Berlin als Backpacker, Würzburg und Hamburg erkundet und weitere werden folgen. Je nach Budget und Möglichkeiten kann man ja Trampen, Rennrad oder das Auto nutzen. Weitere gute Möglichkeiten für Touren mit Auto durch Deutschland habe ich auf Toroleo gefunden. Auch die Informationen über die Bertha Benz Memorial Route habe ich von dort.

 

Bertha Benz Memorial – Details zur Route

Bertha Benz Memorial Route

Bertha Benz Memorial Route

Die Route führt durch verschiedene kleine Städte und man sollte diese Tour nicht unterschätzten, denn es gibt überall was zu sehen und es ist meiner Meinung nicht möglich einfach mal so durchzufahren. Die Bertha Benz Memorial Route wird in zwei Abschnitten untergliedert:

 

Hinfahrt:

Mannheim, Feudenheim, Ilvesheim, Ladenburg, Schriesheim, Dossenheim, Heidelberg, Rohrbach (Heidelberg), Leimen, Nußloch, Wiesloch, Mingolsheim, Langenbrücken, Stettfeld, Ubstadt, Bruchsal, Untergrombach, Weingarten, Grötzingen, Berghausen, Söllingen, Kleinsteinbach, Wilferdingen, Königsbach, Stein, Eisingen, Pforzheim

 

Rückfahrt:

Pforzheim, Bauschlott, Bretten, Gondelsheim, Helmsheim, Heidelsheim, Bruchsal, Forst, Hambrücken, Wiesental, Kirrlach, Reilingen, Hockenheim, Talhaus, Ketsch, Schwetzingen, Friedrichsfeld, Seckenheim, Mannheim.

 

Aus Zeitgründen spare ich mir mal einzelne Beschreibungen und gehe nur auf einzelne Besonderheiten in meinem Touren-Tagebuch ein. Auf der Route sollten einen folgende Sehenswürdigkeiten / Attraktionen begegnen:

 

  • Weinbaugebiet Baden
  • Odenwald
  • Kraichgau
  • Schwarzwald
  • Oberrheinische Tiefebene
  • Rheinauen
  • Kurfürstliches Schloss Mannheim
  • Mannheimer Wasserturm
  • Automuseum Dr. Carl Benz (Ladenburg)
  • Heidelberger Schloss und Altstadt
  • Stadt-Apotheke Wiesloch (erste Tankstelle der Welt)
  • Schloss Bruchsal
  • Pforzheimer Schmuckwelten
  • Kloster Maulbronn bei Bretten
  • Hockenheimring
  • Schloss Schwetzingen

 

 

Bertha Benz Memorial – Radtour Tagebuch

Nach meinem Fahrradcomputer bin ich insgesamt 167 km in 9 Stunden und 32 Minuten gefahren (Fahrzeit ohne Pausen), dass ich nicht die komplette Bertha Benz Memorial Route gefahren bin ist klar. Das wäre mir für einen kurzen Trip doch etwas zu viel gewesen. Es ging mir ja in erster Linie darum meine Ausrüstung, die ich mir zusätzlich für meine Radtour bei Bergzelt gekauft habe, zu testen und wieder etwas ins Training zu kommen. Statt einen Backpack hatte ich Radtaschen. Dazu musste natürlich auch noch eine gute Isomatte und ein Wurfzelt. In meine Art Tagebuch möchte ich euch über die Strecke, meine Highlights und den Geschehnissen während der Tour aufklären. Da ich nur zwei Tage unterwegs war würde ich das mal anhand der gefahrenen Kilometer anlegen. Ich hoffe damit komme ich halbwegs hin und ihr habt was davon.

 

Radtour Tagebuch #20 km – Wohin?

Ich bin ja von Frankfurt losgefahren und da muss man erstmal auf die gewünschte Straße, zu der man hin will, um möglichst wenig aufs GPS zu gucken, hinkommen. Eigentlich wollte ich hinzu Die B3 (geplant 90 km) und auf den Rückweg die B44 (110 km) befahren. Letztendlich kam ich dann auf die B44. Das Wetter war Top – nicht zu warm, aber ideal um Rennrad zu fahren. Schon auf den ersten Metern sind mir viele Radler begegnet.

 

Radtour Tagebuch #50 km – Die Kopfphase

Blumen und Weizenfelder mit Rennrad

Blumen und Weizenfelder mit Rennrad

Nach den ersten nervösen Kilometern kommt man langsam runter. Man findet seinen Rhythmus und fährt seine Kilometer runter. Man weiß Deutsche Landschaften erst zu schätzen, wenn man einmal für längere Zeit im Ausland war.

 

Die schönen Weizenfelder (die nur eine Handbreite von dem Radweg entfernt sind), die herrlich flache Landschaft, die weit blicken lässt und die witzigen Bäume, die vereinzelt, man hier und mal da stehen oder in Gruppen anzufinden sind. Es ist eine gute Zeit abzuschalten um sich über sich und das Leben Gedanken zu machen. Auch das könnte man schon zum meditieren zählen. Die Zeit geht einfach so schnell rum….

Radtour Tagebuch #70 km – Eindrucksschwemme

Heimlich Himbeeren naschen=)

Heimlich Himbeeren naschen =)

Ich hatte meine erste größere Pause eingelegt und mir ein paar Erdbeeren gekauft. Nur blöd, dass kurz darauf Felder kamen, wo man sich Erdbeeren und Himbeeren hätte selber pflücken können.

 

Natürlich habe ich mir nochmal einen Nachschlag mit anderen Rennfahrern gegönnt. Zum Wechsel (und oder auch schon davor… Verdammt xD) von der B44 zur B3 gab es auch sehr sehr viele tolle Städtchen zu sehen. Ich bin mir nicht mehr sicher bei den Namen aber sie waren irgendwo zwischen Alsbach-Hähnlein und Schriesheim.

 

Radtour Tagebuch #90 km – Ladenburg ist ein Traum

Automuseum Dr. Carl Benz

Automuseum Dr. Carl Benz

Ladenburg, in dem auch das „Automuseum Dr. Carl Benz“ steht, ist wahrhaftig traumhaft schön. Romantisch und harmonisch mit den kleinen Burgen, Schlössern und der altertümlichen Innenstadt. Auch die moderne Kirche im Stadtkern hat mich sehr beeindruckt. Das Wetter war gut und es war ein Feiertag, deswegen war wohl auch besonders viel los. Ladenburg ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

 

Das Automeseum um die Familie Benz war wirklich informativ und anschaulich. Um mich jetzt nicht wieder mit den nötigen Informationen zu überwerfen werde am Ende des Radtour Tagebuchs noch ein Video über das Automusum von Dr. Carl Benz anhängen. In Ladenburg habe ich auch die ersten „Bertha Benz Memorial Route“-Schilder gesehen.

 

Radtour Tagebuch #115 km – Mein kleiner Favorit Heidelberg

Heidelberg mit Schloss und Altstadt

Heidelberg mit Schloss und Altstadt

Ein kleiner Katzensprung von Ladenburg entfernt war Heidelberg und ich muss gleich zu Beginn gestehen, dass es mir dort am besten gefallen hat. Reingekommen bin ich am Zoo, wo auch ein Studentenviertel ist. Es wollte mich zwar keiner zu sich einladen, aber es gab wichtige Infos zu der Stadt und erste Möglichkeiten zum Campen. Das Wetter war Ideal und so war die Neckarwiese voll von Studenten und Menschen, die sich entweder einfach nur sonnten oder Ihren freien Tag genossen.

 

Leider konnte ich gar nicht so lange bleiben, da ich mir vor einem geeigneten Platz zum Campen noch das Heidelberger Schloss und die Innenstadt anschauen wollte. Die war, genauso wie Heidelberg wirklich sehr geil (siehe Foto). Auch ein Pausen-Talk mit einer Studentin (die war echt süß) war sehr anregend. Wie schon gesagt: Heidelberg gefiel mir wirklich sehr gut!

 

Radtour Tagebuch #120 km – Wild Campen im Industrieviertel

Wild Campen auf Radtour

Wild Campen auf Radtour

Es wurde etwas spät und ich hatte am Tag schon nichts weiter gegessen, außer ein paar Erdbeeren und Himbeeren. Zu aller erst müsste ich aber mal ein Ort finden, an dem ich Campen kann. Couchsurfing (Mehr über Couchsurfing auf meiner Weltreise) hat leider nicht mehr geklappt, aber das war ok, denn ich wollte ja auch meine Ausrüstung ausprobieren. Ein paar Kilometer südlich hatte ich dann eine etwas abgelegene Ecke in einem Park gefunden. Natürlich auf Firmengelände, aber es war nix los und ich wollte ja auch früh wieder los.

 

Das Wurfzelt war wirklich sehr schnell aufgebaut und in einer halben Stunde war auch schon alles soweit Bettfertig. Ich habe noch versucht einen Freund anzuschreiben, ob ich bei ihm morgen im Mannheim schlafen kann. Zudem wurde der nächste Tag geplant. Um 21:00 Uhr bin ich dann ins Bett. Leider war die Nacht nicht so prickelnd, denn es hat ganz schön viel geregnet. Ich habe zwar nichts abbekommen, da ich ein gutes Zelt hatte, aber trotzdem war es nicht super angenehm. Ich habe dann einfach morgens beschlossen noch etwas länger zu schlafen, da ich auch die lange Tour in den Beinen spürte und nicht auf nassen Straßen fahren wollte.

 

Radtour Tagebuch #145 km – Schwetzinger Schloss

Schloss Schwetzingen mit Park

Schloss Schwetzingen mit Park

Nach etwas Verwirrung (erst verfahren und dann nochmal zurück) wie ich nun die Tag gestalten sollte habe ich die Strecke nach Wiesloch zur ersten Tankstelle Deutschland (Apotheke) gestrichen und bin unterwegs wieder umgedreht. Das lang an mehreren Gründen. Der Tag war sehr wolkig und es hätte zu jederzeit wieder anfangen können zu regnen. Es war sehr windig, was zum Rennrad fahren nicht sehr ideal ist und ich hatte mit meinen Weh-Wehchen zu kämpfen (dazu später mehr). Bevor es zu weiteren großen Überraschungen kommen sollte, habe ich mir erstmal ein schönes Essen beim Griechen gegönnt (Es gab keine einheimischen Delikatessen, sorry). Danach bin ich zum Schloss nach Schwetzingen gefahren. Der Park ist phänomenal groß und eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge.

 

Radtour Tagebuch #160 km – Mannheim

Auf dem Weg nach Mannheim hat es ein paar Mal angefangen zu Nieseln und der Gegenwind war zum kotzen. Das sind Strecken, die zermürben einen und vor allem demoralisieren (dazu später mehr). Letztendlich konnte ich mich aber nach Mannheim schleppen und habe hier nach einen Bus nach Frankfurt gesucht und gefunden. Noch eine Nacht bei Regen zu Campen ist kein Genuss und nach den Problemen am Tag wusste ich nicht, ob ich am nächsten Tag noch eine 80-90 km Tour schaffen würde. Leider hat Mannheim in diesem Zusammenhang auch keinen soo guten Eindruck gemacht. Das Wetter war nicht wirklich gut und da konnte das Schloss und der Wasserturm auch nicht mehr viel rausreißen.

 

Radtour Tagebuch #167 km – Zu Hause ist am schönsten

Um nicht klein bei zu geben, bin ich die letzten Kilometer zu mir dann doch noch mit Fahrrad gefahren. Ich war trotz den Rückschlägen glücklich über die Tour, dem erlebten, den vielen Eindrücken und vor allem doch wieder zu Hause angekommen zu sein, denn es wird sich in der nächsten Zeit wieder viel bewegen bei mir. Um den Rahmen nicht zu sprengen kommen die Infos aber erst in einem anderen Beitrag… Zum Schluss noch ein paar zusätzliche Erklärungen und die Erinnerungen an eine frühere Tour.

 

 

Rennrad-Tour – alte Bekannte Probleme

Allen voran möchte ich erstmal zu den kleinen Weh-Wehchen aufklären. Schon in meiner Free-Sleep-Tour 2006 habe ich einen andauernden Schmerz in meinem rechten Knie gespürt. Auch bei dieser Tour kam er nach ungefähr zwei bis drei Stunden auf dem Rennrad. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich dachte, nachdem ich die Weltreise gemacht habe und eigentlich keine Probleme hatte, wäre es weg. Ich werde daher die Tage mal zum Arzt gehen und es untersuchen lassen.

 

Jung ist anders

Jung ist anders

Auch einen Schmerz im linken Oberschenkel musste ich verzeichnen. Dieser fühlt sich eher wie Muskelkater an, aber dieser kommt meist erst am nächsten Tag und nicht schon während der Fahrt. Vielleicht habe ich ein Band beim Antritt überdehnt. Ich hoffe das Beste aber werde auch das erst untersuchen lassen müssen. Die Gesundheit geht vor und für eine große Tour muss ich körperlich gesund und Top Fit sein.

 

Neben den Knieproblemen, die ich schon damals hatte konnte ich auch wieder Bekanntschaft mit dem Wind machen. Gegenwind ist mit Abstand das ekelhafteste als Rennradfahrer was man auf solchen Touren erfahren kann. Es ist nicht nur so, dass man viel langsamer fährt, sondern es demoralisiert. Auf Rügen hatte ich auch mal so eine Strecke mit heftigem Gegenwind und hätte dabei die ganze Zeit schreien können.

 

Auch Orientierung und ein Schlafplatz ist ein altbekanntes Problem. Damals habe ich noch an Haustüren geklopft und gefragt ob ich da übernachten kann. Bei der Tour war es mir sogar schon unangenehm Leute zu fragen, ob ich auf Ihren Rasen mein Zelt aufschlagen kann. Ich glaube es ist das Alter. Man ist kein Student mehr, dessen Status man versteht. Man befindet sich in der Erwachsenen Welt, in dem Studenten einen nicht mehr für voll nehmen, ggf. als Spießer abstempeln und den Erwachsenen für noch nicht „reif“ halten. Diese Leute, die gerade Mal angefangen haben zu arbeiten und dann noch nicht mal Geld für eine Unterkunft zahlen wollen… Fühlt man sich nicht irgendwie immer Missverstanden, egal wann, wie und wo? Fühlt sich eigentlich jemand in der Gesellschaft an seinen richtigen Platz?

 

Alle Bilder der Bertha Benz Memorial Route

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Nach dem Master-Studium in Wirtschaftsinformatik habe Ich - der Weltenbummler - mich direkt für ein Jahr und drei Monate auf Weltreise begeben. Ich bin Schauspieler, Börsenhändler, Business Analyst, SEO Spezialist und letztendlich auch Blogger. Scheue keine Herausforderung und suche immer das Abenteuer. Dabei ist das Reisen als Backpacker eines meiner größten Leidenschaften.

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