Umweltbewusst reisen – die Reisealternativen zum Flugzeug

Fahrrad fahren

Man kann für nur sieben Euro ins Nachbarland fliegen und muss aber zehn Euro für eine 18-er Kondome Packung bei Rossmann ausgeben. Verrückte Welt, oder? Man bekommt die Flugtickets schon fast hinterhergeworfen. Da ist es doch klar, dass umso mehr Menschen in den Urlaub fliegen, anstelle die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das wäre viel teurer und würde mehr Zeit beanspruchen. Dabei ist gerade das Fliegen einer der größten Klimakiller. Es stößt neben CO2 noch weitere Schafstoffe aus, die weitaus umweltschädlicher sind. Du kannst das ganze Jahr so umweltbewusst reisen und leben, wie du möchtest, setzt du ein Fuß in einen Flieger, ist deine Bilanz hinfällig. Es gibt jedoch so viele ökologischere und nachhaltigere Möglichkeiten der Fortbewegung, die deine Reise sogar umso mehr bereichern. Denn vergesse nicht: der Weg ist das Ziel – zumindest beim Weltenbummlern.


Das deutsche Umweltbundesamt erkennt an, dass der Kohlendioxid-Ausstoß von touristisch bedingtem Verkehr deutlich zum Klimawandel beiträgt. Schiffs-, Pkw- und Busreisen stoßen zwar am meisten CO2, das Fliegen ist jedoch der weitaus größere Umweltbelaster. Das liegt daran, dass neben dem CO2 beim Fliegen noch weitere Emissionen von Stickoxiden ausgestoßen werden, die atmosphärische Prozesse verursachen (die „Kondensstreifen“, die das Flugzeug am Himmel hinterlässt).

 

„Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand beträgt die Klimawirkung dieser „Nicht-CO2-Effekte“ noch einmal das Doppelte des CO2 allein“, so das Umweltbundesamt. Rund acht Prozent der globalen, klimaschädlichen Treibhausgase entstehen durch den Tourismus. Dabei reist nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung.

 

Wie kann ich umweltbewusster Reisen?

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel

Vermeide Flugreisen: Wenn es nicht unbedingt sein muss, verzichte auf das Fliegen. Europa hat ein vernetztes Bahnsystem, du erreichst viele Ziele leicht mit dem Zug oder dem Fernbus.

Hast du schon einmal nach Interrail-Pässen geschaut? Damit kannst du günstig in 31 EU-Länder reisen, ein einzelnes Land erkunden oder gezielt Italien oder Spanien bereisen. Auch die Reisen der Bahn-Kooperation Fahrtziel Natur hat verschiedene interessante Reiseangebote zu deutschsprachigen Reiseorten wie den Allgäuer Hochalpen oder die Schweiz.

 

Benutze öffentliche Verkehrsmittel: Machst du eine Rundreise oder reist nur im Inland, dann lohnt es sich, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder einen Mietwagen zu mieten, anstatt einen Inlandsflug zu buchen. Informiere dich vorab auch, welche Transportmöglichkeiten deine Unterkunft möglicherweise anbietet und wie das Nahverkehrssystem aussieht. Schöne Tagesausflüge kann man auch mit dem Fahrrad unternehmen oder erwandern.

 

Am Boden bleiben

Reise lokal: Muss es denn immer so weit weg sein? Je näher der Urlaub ist, desto besser für die Umwelt, denn die stärkste Umweltbelastung entsteht logischerweise bei der Reise. Schaue in deinen Umkreis von 800 bis 1000 Kilometern. Dort sollten die meisten schon finden, was sie zur Erholung oder im Urlaub suchen: Berge, Meer, Strand, Seen, Wälder, unbekannte Kulturen und fremde Sitten und Traditionen, Erholung. Europa bietet eine ungemeine Vielfalt.

 

Nutze Carsharing: Auch ein vollbesetztes Auto belastet die Umwelt weniger als ein Flug. Machst du eine Städtereise, kannst du nach lokalen Carsharing-Anbietern umschauen wie Drivenow und Car2go.

Wenn Trampen nicht dein Ding ist, kannst du dir auch für längere Fernreisen über die Mitfahrzentrale BlaBlaCar oder ähnliche Plattformen eine Mitnahmegelegenheit auf einzelne Etappen organisieren. Eine hilfreiche Carsharing-Anbieterübersicht für Europa und darüber hinaus kannst du beim Roadmap Magazine finden.

 

Wähle lange Reiseaufenthalte: Jette nicht mal eben für eine Woche nach Thailand oder ein Wochenende nach Amsterdam. Wenn du eine Fernreise im Flugzeug antreten möchtest, weil es anders nicht möglich ist, versuche den längst möglichen Zeitraum zu wählen. Das ist nicht nur lohnenswerter für dich, sondern auch besser für die Umwelt.

 

Überführungskreuzfahrten

Überführungskreuzfahrten

Schaue nach Überführungskreuzfahrten: Da hast du noch nicht von gehört? Überführungskreuzfahrten (oder auch: Repositioning Cruise) sind Kreuzfahrten, bei der ein Schiff vor Beginn oder nach dem Ende einer Saison an einen anderen Ort überstellt wird, um dort eingesetzt zu werden.

Da die Schiffe immer im Einsatz sein müssen, werden diese Fahrten für den Bruchteil des eigentlichen Fahrtpreises angeboten. Du nutzt so gesehen eine Leerfahrt.
Die Schiffe haben außerdem meist sehr weite Distanzen zurückzulegen wie beispielsweise vom Mittelmeer in die Karibik oder nach Südamerika. So können flexibel Reisende Ziele erreichen, für die man sonst ein Flugzeug benötigte.

 

Umweltbewusst durch Europa reisen

Achte auf umweltzertifizierte Reiseanbieter: Wenn du lieber eine pauschal- oder organisierte Reise machst, dann achte auf entsprechende Umweltzertifikate der Reiseanbieter. Sie bewahren Standards wie beispielsweise einen umweltschonenden Umgang mit Ressourcen, klimafreundlichen Transport oder Abfallreduzierung. Einen Überblick zu umweltzertifizierten Reiseanbietern und nachhaltige Reiseinspirationen kannst zum Beispiel du auf Webseite Label-online oder dem Forum anders Reisen finden.

 

Der Weg ist das Ziel: Du legst bei einer Fernreise so viele Kilometer und Länder zurück. Wie wäre es, sie einmal bewusst zu durchreisen und zu erleben? Anstelle mit dem Flieger von Berlin nach Barcelona zu düsen, kannst du den Weg auch bewusst mit Bus und Bahn oder als Roadtrip in kleineren Etappen durch Frankreich zurücklegen.

 

Wie sich dein bisheriges Reiseverhalten auf deinen grünen Fußabdruck auswirken, kannst du mit dem Kohlenstoff-Fußabdruck-Rechner des WWF kalkulieren. Wer von Zeit zu Zeit fliegt, ist plötzlich gar nicht mehr so grün. Wenn du also deine nächsten Urlaube planst, überlege, was für alternative Fortbewegungsmittel du dir und der Umwelt zuliebe nutzen kannst.

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Desiree Schneider

Ich liebe das geschriebene Wort und bin ich Leseratte, Travel-Junkie, Naturliebhaberin und Veganerin in Vollzeit. Nebenbei mache ich meinen Master im Umweltjournalismus in England und arbeite ich als freie Journalistin und Bloggerin. Am liebsten berichte ich über alles rund ums Reisen, Feminismus, Umweltschutz und Ökokrams.

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