Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist, nach Oman zu reisen

Bei der Recherche hat es mir den Atem geraubt. So wunderschön kommt das Land im Osten der arabischen Halbinsel, direkt neben den Vereinigten Arabischen Emirate und an Saudi-Arabien, daher. Ich hatte mit meiner westlichen Sicht auf die Welt, das Sultanat Oman erst gar nicht auf dem Radar. Wirklich bekannt ist es auch noch nicht als Reiseziel, denn Oman ist erst in den letzten Jahren für Tourist*innen attraktiv geworden. Die Infrastruktur wird noch ausgebaut und auch touristische Gegenden werden erst nach und nach erschlossen. Bisher hat das Land auch recht gut von seinen Erdöl-Einkommen gelebt. Nun will die Regierung jedoch den Tourismus als zweites finanzielles Standbein für das Land ausbauen. Eine Idee, die sehr gut funktionieren kann, denn Oman ist vielseitig und hat atemberaubende Landschaften zu bieten.

Kurzvorstellung: Reiseziel Oman

Wadi Oman

Die 2.000 Kilometer lange Küste Omans erstreckt sich vor der Musandam-Halbinsel im Norden entlang der Küste des Golfes nach Osten. Du findest Strand am Meer so weit das Auge reicht, mit daran angrenzenden über 3.000 Meter hohen Berglandschaften. Im Meer tummeln sich farbenfrohe Korallenriffe, die sich hervorragend zum Schnorcheln und Tauchen eignen. Doch nicht nur an der Küste kann man im Wasser plantschen, auch die erbsengrünen Wasser der Wadis des Oman laden zum Schwimmen ein. Wadis sind natürliche Felsbecken in ehemaligen Flussläufen, sie liegen eingebettet in teils gewaltigen Bergschluchten. Wadi Shab und Wadi Tiwi, um nur zwei zu nennen, sind das ganze Jahr Wasser führen.

 

Eine klare Empfehlung: Das Schwimmtrekking im Wadi Shab. Je nach Wasserstand musst du in eine Höhle tauchen oder kannst durch einen schmalen Felsspalt schwimmen und wirst am Ende mit einem spektakulären Wasserfall belohnt.

 

Die Küste grenzt direkt an die Stein- und Geröllwüste, was im Kontrast mit dem azurblauen Wasser wunderschöne Panorama-Aufnahmen kreiert.

 

Gebirge Oman

Im Landesinneren gibt es neben lebendigen Metropolen und vielen traditionellen Dörfern, das berühmte „empty Quarter“ (Rub-al-Chali), die größte Sandwüste der Welt, die sich bis in die Nachbarstaaten hinweg erstreckt. In diesem Clash von leerer Einöde – die ziemlich lebhaft sein kann, wenn du genau schaust – und pulsierenden Städten wie Maskat oder Mutrah treffen auf jahrhundertealte arabische Sitten und Bräuche auf Offenheit und Toleranz. Diese Symbiose aus Tradition und Moderne ist im arabischen Raum einzigartig. So wirst du in den Städten Moscheen und Kirchen aller möglichen Glaubensrichtungen finden.

Tradition, Toleranz und Gastfreundschaft

Der größte Teil der osmanischen Bevölkerung gehört jedoch dem ibaditischen Islam der osmanischen Staatsreligion an. Sie ist eine äußerst seltene Form des Islams. Natürlich sollten wir uns als Reisende auf die Traditionen des Landes einlassen und sie respektieren. Dazu gehört auch sich an die vorherrschende Kleidervorschriften zu halten – Schultern, Knie und Dekolleté bedecken. Dazu rate ich dir aber auch schon so alleine wegen der intensiven Sonnenstrahlen. Und während des Ramadans sind viele Restaurants geschlossen. In der Zeit solltet ihr immer gut vorausplanen und genügen Trinkwasser und Proviant dabeihaben. Achtung: Das Essen und Trinken in der Öffentlichkeit ist während dieser Zeit nicht gestattet.

 

Oman wird seit 1970 vom absolutistischen Herrscher Sultan Qabus ibn Said regiert, der jedoch als sehr gutmütig gilt. Erst mit seiner Amtsübernahme öffnete sich das Land und erlebte dank seiner großen Erdölvorkommen einen raschen wirtschaftlichen und politischen Aufstieg. Sultan Qabus reformierte das Staats- und Bildungswesen. Frauen sind im Oman rechtlich den Männern gleichgestellt. Sie dürfen arbeiten, Auto fahren und öffentliche Ämter bekleiden. Da diese rechtliche Gleichstellung jedoch den Traditionen des Landes entgegensteht, sieht man nur wenige Frauen in öffentlichen Ämtern.  Das Land hat auch ein Parlament, welches dem Sultan jedoch nur beratend zur Seite steht und selbst keine Beschlüsse verabschieden kann.

Natur pur

Roadtrip Oman

Noch etwas macht das Sultanat Oman besonders reizvoll, und zwar alles, was es dort nicht gibt: Es gibt keine Werbeflächen, keine Ballermann-Feste und so gut wie kein Nachtleben. Wunderbar, oder? Dafür findest du Unmengen an Natur, Ruhe und Gastfreundschaft! So kann man sich komplett auf die Natur und die Menschen einlassen. Man kann am Strand, in der Wüste oder in den Gebirgen zelten und die Millionen Sterne einer sternklaren Nacht beobachten. Das ist eine ganz andere Art der Faszination und Ektase als eine durchzechte Partynacht. Wildcamping ist im Oman übrigens erlaubt.

 

Das ließe sich super mit einem Roadtrip durchs Hajar-Gebirge kombinieren. Dabei geht es über eine holprige Schotterpiste von Khasab bis zum Grenzgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate. Vorbei an schroffen Felswänden, unzähligen herabgestürzten Gesteinsbrocken und canyonartigen Schluchten, führt die Schotterpiste steil bergauf und gibt immer wieder Panoramaausblicke auf die Gebirgswelt frei. Den höchsten Punkt der Strecke erreicht man auf 1.600 Metern, kurz vor dem Militärposten der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Omans grüne Hauptstadt Maskat

Etwas mehr Kultur, doch mindestens eben so viel Natur findest du in der grünen Hauptstadt Maskat – auch oder Masqat geschrieben. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hat man hier wie früher im Mittelalter am Abend die Stadttore geschlossen. Erst nach der Machtübernahme des jetzigen Sultans begann man die Stadt zu modernisieren. Dementsprechend viel Zeitgeschichtliches gibt es noch zu entdecken. Die Stadt erstreckt sich über 50 Kilometer entlang der Küste. Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung Omans in der Hauptstadt wohnt, zeigt sich die Stadt eher ruhig und beschaulich. Gärten und Rasenanlagen, Moscheen und moderne weiße Villen prägen das Stadtbild.

 

Hauptstadt Maskat

Wahrzeichen der Stadt sind die Festungen Marani und Jalali, die die Hafeneinfahrt in früheren Zeit bewachten. Diese sind natürlich einen Blick wert! Leider wurden Teile der Altstadt mit ihren prächtigen alten indischen Palästen abgerissen und durch neue Gebäude, meist Villen, ersetzt.

 

Doch noch schöner als Maskat ist die Nachbarstadt Mutrah. Sie liegt nur drei Kilometer weiter westlich und versprüht noch das echte orientalische Flair. Du kannst dich dort zwischen den Ständen von Duftölen und Parfüms, edlen Stoffen, Gewürzen und Weihrauch des Suqs verlieren oder einen Spaziergang über die Promenade am Meer unternehmen. Sie wird von wunderhübschen, weißen Häusern mit Spitzbogenfenstern und kunstvoll verzierten Balkonen gesäumt. Hinter den Fassaden befindet sich der „verbotene“ Stadtteil Hellat Sur al-Lawatiyah, in dem angeblich eine schiitische Sekte lebt und Touristen nicht gerne gesehen sind.

 

Ein weiteres absolutes Must See ist der Suq von Muttra (auch: Mutrah, Großraum Maskat). Der wohl berühmteste Tagesmarkt in Oman. Hier ist es laut, bunt und es wird gefeilscht – eine authentische Seite des Omans eben! Die Fußwege durch den Suq sind so klein und verästelt, dass man sich leicht verlaufen kann. Wer solche Wirrwarr Märkte schon aus Ägypten oder Dubai kennt, weiß ungefähr, was ihn oder sie erwartet. Nur mit dem Unterschied, dass die Leute ein Nein Danke akzeptieren. Beliebte Reisesouvenirs sind Weihrauch, Datteln und Gewürze, aber auch Gold- und Silberschmuck und die berühmten Krummdolche (Khajar) des Oman.

 

Und bist du neugierig auf den Oman geworden? Mehr Infos zum Reisebudget Visum und Reiserouten-Vorschläge findet ihr auf Chris‘ Backpacker-Blog.

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