Laguna 69 – worüber andere Reiseblogs nicht berichten

Laguna 69

Laguna 69 – eines der Highlights in Peru, vorallem in Lima wird dafür geworben. Auch im Internet findest du Blogs mit traumhaften Fotos und in zahlreichen Instagram Postings, wird ebenso davon geschwärmt.

 

Wer hat somit nicht Lust auf diese spektakuläre Wanderung mit dieser Traumkulisse? Uns hat es auf jeden Fall in den Bann gezogen und somit machten wir uns mit großer Vorfreude auf zur Laguna 69. Doch wir erlebten nicht nur Positives. Im Gegenteil, wir haben auch einiges Negatives erfahren, worüber sonst keiner berichtet. Das möchten wir euch nicht vorenthalten. Somit teilen wir nun unsere Sicht in Bezug auf die Wanderung zur Laguna 69 mit euch!

 

Start in Huaraz

Ausgangspunkt für die meisten, die die Laguna 69 besuchen, ist Huaraz. Die Stadt liegt auf 3100 m und ist somit perfekt zum Akklimatisieren (für diverse Wanderungen) geeignet. Huaraz selbst hat kaum etwas Nettes zu bieten. Wer sich hier beschäftigen möchte, spaziert entweder durch die Stadt oder besucht die in der Nähe gelegene Ruine „Monumento Nacional Wilcahuain“.

 

Akklimatisierung

Die Akklimatisierung ist sehr wichtig, vor allem wenn dein Körper die Höhe nicht gewöhnt ist. Demnach musst du dich, wenn du nicht gerade von einer anderen Andenregion kommst, erst mal an die dünne Luft gewöhnen. Mit der Höhenkrankheit ist aufjedenfall nicht zu spaßen. Wir haben diesbezüglich im Voraus einiges gelesen und auch persönlich unangenehme Erfahrungen damit gemacht.

 

Laguna 69

Laguna 69

Also gut, was ist also jetzt mit dieser heißbegehrten Laguna 69?

 

Voller Vorfreude buchten wir eine Tour über eine sehr seriös wirkende Tour Agency. Wir bekamen die notwendigsten Infos und am nächsten Tag, halb 5 Uhr Früh, läutete der Wecker. Aufstehen, frisch machen und rein in den Bus. Was ein Bus?! Wir waren etwas perplex, dass uns ein ganz normaler Reisebus abholte. Denn immerhin liegt der Ausgangspunkt auf 3800m.

 

Nichtsdestotrotz erleichtert Vertrauen das Leben. Also dachten wir uns, dass es seine Berechtigung haben wird.

 

Der Bus holte Mitreisende aus diversen Hostels/Hotels ab. Bei einigen dachten wir uns schon, dass sie nur für das perfekte Instafoto dabei waren. (Ja wir wissen nicht bewerten und keine Klischees :P)

 

Die Fahrt an sich war schon das erste Erlebnis. Wir fuhren enge sandige Straßen entlang, überquerten diverse Schlaglöcher etc. Aufgrund der Straßenverhältnisse ist klar, dass der Schotter bzw. Sand aufgewirbelt wird. Sehr unangenehm, da wir teilweise durch Dörfer fuhren, wo Kinder gerade zur Schule gingen, während wir eng an ihnen vorbeifuhren. Hier bekamen wir unsere erstens Gewissensbisse. Vorallem waren wir auch nicht der einzige Bus. Vor und auch nach uns fuhren kleine Collectivos und noch weiter Busse.

 

Die Fahrt ging weiter über Brücken aus Holzstämmen, die teilweise einen Zwischenspalt (Loch) hatten… eine Frage der Zeit, bis sich da vermutlich mal was löst- wir hatten jedoch Glück!

 

Aufgrund der Fahrt, war die Vorfreude schnell verflogen.

 

Beim Ausgangspunkt angekommen, wurde uns gesagt, dass wir uns in 6 Stunden wieder beim Bus treffen. Diese Zeitangabe verunsicherte uns, da ein Weg mit 3 Stunden Gehzeit ausgeschildert war. Demnach blieb rein rechnerisch gesehen keine Zeit für eine Pause. Leicht gestresst starteten wir dann die Wanderung. Nach einigen Metern zeigte sich eine schöne Landschaft in saftigem Grün, Flüsse und Wasserfälle. Der Stress verflog und wir waren begeistert. Diese Begeisterung hielt jedoch nicht allzu lange an. Wir bekamen langsam die Höhenmeter zu spüren. Es kam die erste steile Steigung. Hier waren schon deutlich mehr Pausen zum Durchatmen notwendig und unser Gang wurde langsamer. Je höher wir kamen, desto langsamer wurde unser Schritt und desto mehr Pausen brauchten wir.

 

Die zweite Steigung begann. Hier sahen wir schon deutlich mehr Menschen am Rand sitzen und durchatmen. Erstaunt waren wir trotzdem, denn viele hielten ihr Tempo.

 

Bei der letzten Steigung wurde die Luft noch dünner und kurz vorm Ziel eine kurze Atemnot! Doch wir konnten uns fangen und schafften es bis zur Laguna 69. Triumph! Kurzes Aufatmen und ein Freudenmoment! Ein Blick auf die Uhr und wir wussten, wir sollten recht bald den Rückweg antreten. Beim Runtergehen merkten wir die Anstrengung erneut und auch die starke Sonneneinstrahlung machte uns zusätzlich zu schaffen. Übelkeit und Kopfschmerzen machten sich breit. Wir fühlten uns energielos und bekamen einen Schwächeanfall.

 

Zu spät aber doch, schafften wir es zurück zum Bus!

 

Die Wanderung selbst wird von Einheimischen mit leicht-mittel eingestuft. Selbst wissen wir nicht, welche Bergsteiger das eingestuft haben. Was wir euch damit sagen wollen, unterschätzt sie nicht und bereitet euch darauf vor. Wenn ihr euch für die Wanderung entscheidet, hier ein paar Dinge auf die ihr achten solltet.

Laguna 69

Tipps zur Wanderung

 

  • Akklimatisierung: Nimm dir aufjedenfall mind. 1-2 Tage Zeit zu akklimatisieren. Dein Körper wird es dir danken. Geh spazieren, erkunde etwas die Gegend oder mach einen Erholungstag. Wichtig, ist dass du nicht gleich am ersten Tag eine herausfordernde Wanderung machst!
  • Ausreichend Essen und Trinken: Bei der Höhenlage ist es essentiell viel Wasser zu trinken. Um deinen Körper mit ausreichend Energie zu versorgen, solltest du natürlich auch genügend essen. Auf der Strecke zur Laguna gibt es nur zu Beginn der Wanderung die Möglichkeit Getränke zu kaufen. (Ob der Verkäufer immer dort steht, können wir nicht versprechen.) Demnach nimm dir selbst ausreichend Trinken und Essen mit.
  • Sonnenschutz oder Regenkleidung: Das Wetter ist teilweise sehr unbeständig. Es kann den ganzen Tag die Sonne scheinen, was in den Höhen starke Sonneneinstrahlung heißt! Somit ist eine Kopfbedeckung und Sonnencreme sehr wichtig. Bei Regen, natürlich entsprechende Kleidung.
  • Pausen, Pausen und nochmal Pausen: Wenn du dich nicht gut fühlst oder die Höhenluft merkst, mach immer wieder Pausen zum Durchatmen. Du wirst merken, kurz danach geht es wieder besser.
  • Koka Zuckerl bzw. Koka Blätter helfen angeblich bei der Höhenkrankheit bzw. der Durchblutung. Probier es einfach aus bzw. informier dich darüber. (Bonbons und Tee im Supermarkt erhältlich)

 

Keine Schande, falls dir dein Körper sagt, Halt, Stopp, ich kann nicht mehr. Hör auf deinen Körper und lass es rechtzeitig sein, falls du nicht mehr kannst. Rettungs- Möglichkeiten gibt es auf der Strecke so gut wie keine. Denk daran, du musst dann den Weg hinunter auch noch schaffen.

 

Fazit: Die Landschaft rund um die Laguna 69 und auch der dahinterliegende Gletscher sind superschön. Doch …

Ob wir es wieder machen würden? Vermutlich nicht.

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