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Ich war zwei Wochen auf den Galápagosinseln, und ja, low budget geht. Billig wird es aber nie. Allein Nationalparkgebühr (200 USD) und Transit Control Card (20 USD) kosten 220 USD, dazu kommt der Flug vom Festland. Ich bin damals mit 40 bis 60 USD pro Tag ausgekommen, ohne Flug und Eintritt. Heute würde ich mehr einplanen, die Zahlen stehen weiter unten.
Ich habe diesen Bericht überarbeitet und alle Preise und Regeln im Oktober 2026 neu geprüft. Am meisten hat sich der Eintritt verändert: Ich zahlte noch 100 USD, seit August 2024 sind es 200 USD.
Galapagos Backpacking: Mein Start auf Santa Cruz
Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug hat mich eine Echse begrüßt. Mit Bus und Boot kam ich auf der Hauptinsel Santa Cruz an und konnte bald weitere Echsen und Seelöwen aus der Nähe beobachten. Diese ersten Begegnungen haben mich überwältigt. Entspannten Inselflair gab es für mich dort allerdings nicht, denn es gibt wenige Strände und viele Menschen. Mein Rat: Fahr so schnell wie möglich auf eine andere Insel. Für mich war das Isabela.
Du landest auf Baltra, einer eigenen Insel neben Santa Cruz. Der Shuttle zur Fähre kostet 5 USD, danach geht es mit Bus oder Taxi nach Puerto Ayora. Das Taxi kostete 2025 laut aktuellen Berichten 25 USD.
Isabela: Hier würde ich die meiste Zeit verbringen
Isabela ist meine absolute Empfehlung. Dort war ich der Natur und den Tieren noch viel näher und hatte Abstand von den vielen Menschen. Dazu gibt es lange Sandstrände und irrsinnig nette Strandlokale. Ein Geldautomat ist inzwischen auch da, trotzdem solltest du genug Bargeld mitbringen. Auf Isabela fallen außerdem rund 10 USD Gebühr an.
Isabela ist auch die Insel, auf der du mit wenig Geld am meisten bekommst. Laut aktuellen Berichten brauchen diese Orte keine Tour:
- Concha de Perla: Lagune zum Schnorcheln, das Leihset kostet etwa 5 USD pro Tag.
- Mauer der Tränen: mit dem Fahrrad (3 USD pro Stunde oder 15 USD am Tag), rund eine Stunde ab dem Ort. Unterwegs liegt der Playa del Amor.
- Playa Puerto Villamil: Strand direkt am Ort, mit Strandbars.
Ohne Tour gehen auch Tortuga Bay auf Santa Cruz (etwa 30 Minuten zu Fuß ab Puerto Ayora, vorher registrierst du dich) und Las Grietas (0,80 USD für das Wassertaxi, danach 20 Minuten zu Fuß). Auf San Cristóbal sind es der Playa Lobería und die zweistündige Wanderung über Cerro Tijeretas nach Punta Carola. Zu den Tieren hältst du mindestens 2 Meter Abstand. Kleine Inseln und viele Schutzgebiete darfst du nur mit zugelassenem Guide betreten.
Touren auf Galapagos: Was sich lohnt und was nicht
Tour-Agenturen gibt es viele. Informier dich vorab im Internet, buch aber vor Ort, denn dort war es bei mir billiger als online. Frag bei zwei Touren nach einem besseren Preis, Verhandeln geht. In der Hochsaison sind gefragte Touren wie Kicker Rock oder Bartolomé laut aktuellen Berichten oft ausverkauft, die würde ich vorher buchen.
Los Túneles ab Isabela
Wenn du ein Schnorchelerlebnis willst, buch von Isabela aus die Tour zu Los Túneles. Ich habe dort eine erstaunliche Unterwasserwelt gesehen: Ich schwamm neben Riesenschildkröten, sah eine Rochenfamilie, zahlreiche Minihaie, diverse Fische und einen Pinguin, der gerade chillte. Wale habe ich nicht gesehen, die Gruppe einen Tag nach mir schon. Im September sind Sichtungen häufig. Ich zahlte rund 100 USD, aktuelle Berichte nennen 110 EUR bis ab 140 USD.
Vulkan Sierra Negra
Ich hatte genug Zeit und Lust auf eine Wanderung. Der Krater ist beeindruckend riesig und die Landschaft sehenswert. Insgesamt war es ein netter Ausflug, aber definitiv kein Muss. Gehen darfst du nur mit Guide. Ich zahlte rund 30 USD, heute nennen Berichte ab 50 USD. Mit knappem Budget würde ich die Tour streichen.
Schildkrötenreservat El Chato
Von Santa Cruz fuhr ich mit dem Bus nach Santa Rosa zum Reservat El Chato. Ich zahlte Eintritt und bekam eine Führung in einer Kleingruppe, auf eigene Faust ging es nicht. Für Schildkröten-Fans ist das bestimmt eine nette Tour. Mir hätte die Strecke bis dorthin gereicht, denn ich sah unterwegs schon ein paar Schildkröten und hätte mir das Geld sparen können.

Schnorcheln und Tauchen
Meine klare Empfehlung ist eine Schnorchel- oder Tauchtour. Je nach Tauchplatz wurde mir berichtet, dass du Hammerhaie und Walhaie sehen kannst. Beim Tauchen geht das Budget allerdings schnell nach oben: Zwei Tauchgänge kosteten in einem aktuellen Bericht 220 USD. Die Schnorcheltour ist deshalb der bessere Einstieg.
Das sind aktuelle Richtwerte für 2026 (ab, pro Person, je nach Saison):
- Tour de la Bahía auf Santa Cruz: 40 USD
- Isla Lobos auf San Cristóbal: 80 USD
- Kicker Rock auf San Cristóbal: 120 USD
- Isla Santa Fe oder Pinzón ab Santa Cruz: 120 USD
- Los Túneles ab Isabela: 140 USD
- Isla Bartolomé ab Santa Cruz: 220 USD
Galapagos Kosten: Ist low budget überhaupt möglich?
Wenn du dich vorab informierst, liest du überall, wie teuer alles ist. Das stimmt, auch wenn das Preisniveau noch immer anders ist als zum Beispiel in Südostasien. Das waren meine Preise damals:
- Bus: 1 bis 5 USD, je nach Strecke
- Boot zu anderen Inseln: 30 USD pro Person, dazu 1 USD für das Zubringerboot (heute 25 bis 40 USD)
- Unterkunft: Standard-Doppelzimmer rund 15 USD pro Person und Nacht
- Schnorcheltour: rund 100 USD, Vulkantour: rund 30 USD
Und das kommt heute dazu: 200 USD Nationalparkgebühr, 20 USD Transit Control Card, rund 10 USD Gebühr auf Isabela und der Flug ab Quito oder Guayaquil, der bei etwa 200 EUR startet und in der Hochsaison über 600 EUR kostet. Meine 40 bis 60 USD pro Tag sind damit zu knapp gerechnet.
Ich habe mir deshalb drei deutsche Reiseberichte aus den letzten Monaten angesehen, die ihre Ausgaben offenlegen. Ein Paar gab in drei Wochen ohne Flüge und Gebühren 2.248 EUR aus, rund 54 EUR pro Person und Tag. Die beiden schliefen für 25 bis 35 USD mit Gemeinschaftsküche und buchten nur drei Touren. Die beiden nennen Galapagos selbst kein klassisches Low-Budget-Ziel und raten zu zwei bis drei Wochen, weil die Anreise so teuer ist. Das sehe ich genauso: Bei 14 statt 7 Tagen sinken die 220 USD Gebühren von 31 auf rund 16 USD pro Tag.
Ein anderer Südamerika-Blogger rechnet für die günstige Variante mit 90 bis 130 USD pro Tag und sieht allein Flug plus Parkgebühren bei 400 bis 500 EUR pro Person. Dass seine Zahlen höher liegen, hat vermutlich mit Unterkunft und Tourenzahl zu tun. Ein dritter Bericht kommt für 18 Tage auf 2.139 EUR pro Person, inklusive Inlandsflügen und Parkgebühr. Der größte Posten waren Ausflüge mit 814 EUR, davon 362 EUR fürs Tauchen.
Mein Schluss daraus: Gespart wird bei den Touren. Ein Bett für 30 USD findest du fast überall, ein Tauchtag kostet ein Vielfaches. Such dir vor der Reise zwei oder drei Touren aus, die du unbedingt willst, und deck den Rest mit den freien Orten ab. Hast du keine Lust auf Fähren und Tourenvergleich, ist auch eine Cruise in Ordnung. Aktuelle Berichte nennen ab etwa 1.000 USD, kurzfristig vor Ort teils 50 bis 75 Prozent weniger.
Wenn du weniger Geld hast, kürz die Reise etwas ab und mach nur zwei Inseln. Buch weniger Touren und erkunde mehr auf eigene Faust, oder komm in der Nebensaison.

Einreise nach Galapagos: TCT und Papiere
- TCT: online vorab registrieren und die Karte am Schalter in Quito oder Guayaquil vor dem Check-in abholen. Du brauchst Flugdaten und die gebuchte Unterkunft, die Karte bewahrst du bis zur Ausreise auf.
- Biosicherheitserklärung: gibt es nur noch digital, du füllst sie vor dem Flug online aus (ab 18 Jahren).
- Aufenthalt: höchstens 60 Tage auf den Inseln, auf dem Festland 90 Tage. Der Reisepass muss mindestens sechs Monate gültig sein. Deutsche brauchen kein Visum, die aktuellen Regeln stehen beim Auswärtigen Amt.
- Gelbfieber: Kommst du aus Peru, Kolumbien, Bolivien oder Brasilien und warst dort mehr als zehn Tage, will Ecuador seit Mai 2025 einen Impfnachweis sehen, mindestens zehn Tage vor Einreise. Mehr dazu bei Impfungen und Visum.
- Gepäck: keine Frischwaren mitnehmen. Gepäck und Schuhsohlen werden vor dem Flug kontrolliert, auch vor und nach Fährfahrten gibt es laut Berichten Kontrollen.
Die Parkgebühr solltest du kurz vor dem Flug auf der Seite des Nationalparks prüfen, sie wurde zuletzt verdoppelt. Mehr zum Festland findest du in meinen Backpacking-Kosten für Ecuador.
Bar oder mit Karte?
Hab ausreichend Bargeld dabei, denn Kartenzahlung wird selten bis gar nicht akzeptiert. Aktuelle Berichte nennen größere Hotels und Restaurants, die Karte nehmen, meist mit 3 bis 5 Prozent Aufschlag. Kleine Scheine mit 1, 5 und 10 USD sind wichtig, Wechselgeld ist knapp. Keine Panik, Geld abheben kannst du auf den Hauptinseln an mehreren Automaten, seit Kurzem auch auf Isabela. Eine Gebühr fällt immer an.
Essen und Trinken auf Galapagos
Mein Tipp ist das Menü del día für rund 5 USD, bestehend aus Suppe, Hauptspeise und Saft. Geh dafür in ein Lokal außerhalb der Touristenmeile, dort ist es meist billiger, besser und die Portionen sind größer.
Supermärkte gibt es viele, meist kleine Minimärkte, aber etwas Preiswertes zu finden ist schwierig. Getränke, Reis, Nudeln, Obst, Chips und Eis bekommst du gefühlt überall. Willst du kochen oder dir ein Brötchen schmieren, musst du tief in die Tasche greifen: Eine Packung Frischkäse kostete 6 bis 8 USD.
Die Panaderías sind kleine Bäckereien mit Süßem wie Croissants und Empanadas für 35 Cent bis 1 USD. Beim Streetfood gibt es kleine einheimische Sachen meist für 3 bis 4 USD, dazu Hamburger und Pommes. Probier dich durch. Mit süßem Frühstück, einem Menü mittags und einem Straßenstand abends bist du billig und satt. Leitungswasser kannst du nicht trinken, achte bei der Buchung auf gefiltertes Wasser in der Unterkunft.
Beste Reisezeit für Galapagos
Ich war Ende August und Anfang September dort. Mit August endet die Hauptsaison, im September beginnt offiziell die Nebensaison. Ich habe miterlebt, wie sich Wetter und Tourismus von einem Monat auf den anderen veränderten: weniger Sonne, ab und zu leichter Regen. Die Temperatur fand ich mit rund 23 Grad sehr angenehm. Besonders auf Isabela war kaum jemand unterwegs. Für mich war das die perfekte Reisezeit.
- Vorteile der Nebensaison: weit weniger Menschen, geringere Flugpreise, bessere Chancen auf Pinguine und Wale.
- Nachteile: raueres Meer, weniger Sonne, eventuell Regen.
Insgesamt gibt es zwei Jahreszeiten. Von Dezember bis Mai ist es warm und das Meer ruhiger, von Juni bis November kühler. Hochsaison ist laut aktuellen Berichten an Weihnachten, Ostern und von Juni bis August.
Galapagos auf eigene Faust: So würde ich es angehen
- Plan 10 bis 14 Tage ein, sonst fressen die Fixkosten dein Budget.
- Flieg nach San Cristóbal und von Baltra zurück (oder umgekehrt). Der Gabelflug spart dir eine Fährfahrt.
- Gib Isabela mindestens vier Nächte. Zwischen San Cristóbal und Isabela fährst du laut mehreren Berichten über Santa Cruz, frag beim Ticketkauf nach.
- Nimm eigene Schnorchelausrüstung mit. Das Leihset kostet 4 bis 5 USD am Tag, Flossen und Neoprenanzug extra.
- Bootsfahrten können recht holprig werden. Ich empfehle Reisetabletten und einen Platz in den hinteren Reihen. Andere raten zur Mitte des Boots.
- Heb die 200 USD Parkgebühr vorher am Festland ab. Ohne Zahlung darfst du bei der Landung das Terminal nicht verlassen.




