Alternative Sehenswürdigkeiten in Frankfurt am Main

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Sehenswürdigkeiten in Frankfurt am Main gibt es zu genüge, aber richtig Sehenswert sind meist andere Dinge. Ich habe in Frankfurt zwei Touren gemacht, die mir mehr von Frankfurt gezeigt haben, als ich es erwartet hätte. Zum einen ist da die Alternative Tour durch Frankfurt, die von Studenten organisiert und durchgeführt wird und dann noch eine inoffizielle Tour mit einem Obdachlosen, der sein eigenes Frankfurt zeigt. Es lohnt sich neben Börse, Banken und Co. zu informieren, denn wenn wir mal ehrlich sind, wollen wir doch außer der schönen Skyline eher weniger mit dem schnöden und grauen Stadttreiben zu tun haben.

 

Die typischen Sehenswürdigkeiten in Frankfurt

Bevor es langweilig wird muss ich gleich erwähnen, dass ich Frankfurt als Stadt eigentlich nicht so toll finde. Das liegt aber vor allem daran, dass ich mit meiner Wahlheimat Berlin (in der ich auch studiert habe) und meiner ersten Weltreise irgendwie anderes gewöhnt bin. Die Stadt ist halt sehr Businessorientiert. Als Banken- und Versicherungshauptstadt ist vieles etwas schicker und anständiger… Da passe ich mit meinen Backpacker-Look irgendwie nicht rein, auch wenn ich während meiner Zeit als Berater gern mal mit Anzug rausging.

 

In vielerlei Hinsicht habe ich aber einiges zu schätzen gelernt. Man muss sich eben seine eigenen schönen Ecken suchen und dann kann man hier auch gut leben. Ich empfange in Frankfurt auch viele Couchsurfer, auch wenn Couchsurfing nach dem letzten Update etwas nervig ist. Wenn ich Zeit habe dann zeige ich Ihnen in einer kleinen privaten Tour die Stadt. Darin zeige ich auch viele der bekannten Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben sollte. Hier mal eine Liste mit den Sehenswürdigkeiten in Frankfurt die allgemein bekannt sind (mit * gekennzeichneten Sehenswürdigkeiten sind in meiner privaten Tour enthalten):

 

  • EZB in Frankfurt

    EZB in Frankfurt

    Römerberg*

  • Kaiserdom*
  • Saalgasse*
  • Paulskirche*
  • Zoo
  • Palmengarten
  • Goethe-Haus
  • Alte Oper
  • Museumsufer*
  • Alt Sachsenhausen
  • Höchster Altstadt
  • Rotlichtmilieu *
  • Börse
  • Europäische Zentralbank*
  • Zeil*
  • Maintower
  • Main mit Skyline*

Wie oben beschrieben sind das aber nicht immer die Sachen, die man wirklich gesehen haben sollte. Ein ganz anderen Einblick in die Stadt Frankfurt habe ich durch eine Studenten-Tour und der inoffiziellen Tour mit dem ehemals Obdachlosen Thomas bekommen.

 

Stadttour mit einem Obdachlosen in Frankfurt

Um es nicht zu sehr zu dramatisieren gleich vorneweg gesagt. Thomas, der die Tour gemacht hat, ist kein Obdachloser mehr, aber er hat über 15 Jahre auf den Straßen von Frankfurt gelebt und das sieht man ihm auch an. Seine Geschichten waren authentisch und ehrlich. Wie kam es überhaupt dazu, dass ein ehemals Obdachloser, die Stadt aus seiner Perspektive zeigt und erklärt?

 

Eine Gruppe von Studenten der Goethe-Uni, namens Enactus, arbeitet dort an Geschäftsideen die einen sozialen Nutzen haben. Eines der jüngsten Projekte heißt „Straßenblick“. Die jungen Studenten suchten einen Obdachlosen und wandten sich an die Öffentliche Einrichtungen, die letztendlich den Kontakt zu Thomas herstellten. Thomas ist zwar kein Obdachloser mehr, aber hat lange auf der Straße gelebt und das hört und sieht man ihm auch an.

 

Die Studenten konnten auch einige Unterstützung in den Medien finden, die darüber berichtet haben. Unter anderem gibt es Berichte über das Projekt in der Welt Kompakt und der Frankfurter Allgemeine. Ich kann die Artikel nur empfehlen, da sie viel informativer sind als den Artikel, den ich gerade schreibe. Auch ein Video über Thomas gibt es bei RTL Hessen zu sehen. Sicher habe ich nicht die richtige Zielgruppe, aber die Studentengruppe sucht Unterstützer oder einen Verein, der das Projekt übernehmen kann, denn nur dann können diese Touren von Obdachlosen rechtens durchgeführt werden (Kontakt: mail@strassenblick.de).

 

Wie habe ich die Obdachlosen Tour in Frankfurt empfunden

Obdachlosen Tour durch Frankfurt

Obdachlosen Tour durch Frankfurt

Was ich wiedergeben kann ist meine eigene Erfahrung mit der Tour. Thomas ist ein sympathischer Kerl mit viel Humor und einen Rationalen Blick auf seine Vergangenheit. Er ist ehrlich und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Das macht ihn und die Tour so authentisch und echt, dass man sich viel von seinen Aussagen zu Herzen nimmt.

 

Dabei ist das keine Selbstverständlichkeit. Er war Alkoholiker! Er hat so ziemlich alles gemacht um an den nächsten Tropfen zu kommen. Er hatte alles verloren und sein Leben dem Alkohol hingegeben. Es war interessant zu erfahren wo und wie er geschnorrt hat. Wie Thomas jeden Tag erneut an das Geld kam „um den Pegel zu halten“. Welche Leute ihm was und wie viel Geld gegeben haben.

 

Erfrischend waren auch seine Zahlreichen Geschichten um die Zeit als Obdachloser. Diese mischen sich von traurig, lustig bis bin zu gruselig weil vor langer Zeit mal ein Hammermörder durch Frankfurt ging und Obdachlose tot schlug. Natürlich war für mich (bin ja auch nur ein Mann) das Thema Liebe ganz interessant. Ich will aber gar nicht zu viel spoilern. Was mir und vor allem Thomas noch wichtig war: „Es bringt schon viel, wenn man nicht immer einfach weg sieht oder die Leute ignoriert“. Entzieh dich deinem Alltagsstress und frag jemanden, wie es ihm geht oder was er macht! Manchmal sind es die Zwischenmenschlichen Dinge die jeden, und vor allem den Leuten auf der Straße, erfreuen!

 

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich einen Tag vorher zu der Obdachlosen Tour von einer Bekannten (oder soll ich dich Freundin nennen, Doro?) überredet worden bin. Zumal ich an dem Tag davor schon meine Couchsurferin in die Stadt begleitet habe und eigentlich an meinen Projekten hätte arbeiten müssen. Ich muss aber gestehen, dass die Tour mehr als Lohnenswert war und ich mich selbst rügen sollte. Es ist gut sich für soziale Projekte einzusetzen, sich zu öffnen und Dinge von einer anderen Perspektive zu betrachten. Auf Reisen bin ich immer für sowas zu haben, aber in Deutschland bin ich einfach wieder ein klein wenig spießig geworden. Ich schäme mich!

 

Alternative Sehenswürdigkeiten Tour in Frankfurt

Alternative Sehenswürdigkeiten in Frankfurt

Alternative Sehenswürdigkeiten in Frankfurt

Eine andere Alternative, Sehenswürdigkeiten in Frankfurt zu sehen, ist eine von Studenten organisierte und geführte Tour zu machen. Grundsätzlich ist die Tour ohne Kosten verbunden, aber es ist natürlich Selbstverständlich, dass man dem Tourführer eine kleine Spende am Ende der Tour gibt (obliegt dir zu entscheiden wie viel es dir Wert war). Die Tour enthielt folgende Sehenswürdigkeiten:

 

  • Hauptbahnhof
  • Drogenviertel & Rotlichtmilieu
  • Europäische Zentralbank
  • Spiderman Insider
  • Goethe-Haus
  • Paulus Kirche
  • Insider Aussichtsplattform

Auf den Weg gab es natürlich zahlreiche Geschichten und Informationen, die man vielleicht noch nicht kennt. Zu 70% kannte ich die Sachen schon (ich wohne ja auch hier), aber es gab trotzdem noch ein paar Informationen die meinen Horizont erweitert haben. Zum Beispiel:

 

  • Am Hauptbahnhof hat Elvis Presley mal eine Gitarre gekauft
  • Rotlichtmilieu & Drogenviertel hat eine lange Geschichte und wurde von Ausländern gebracht
  • Einnahmen des Rotlichtmilieus liegt bei ca. 600 Euro Millionen im Jahr
  • Das Goethe Haus kannte ich vorher gar nicht (Schande über mich!)
  • Es gibt 7 Insider Figuren von Spiderman im Frankfurt

Einen wichtigen Punkt hätte ich fast vergessen. Die Tour war in Englisch. Außerdem ist hervorzuheben, dass bei den Touren nicht ganz so viele (4-6) Leute dabei waren. Das ist in dem Sinne schön, weil man noch Fragen stellen kann und gut ins Gespräch kommt.

 

Was sind jetzt „echte“ Sehenswürdigkeiten in Frankfurt

Was wollte ich mit dem Artikel eigentlich erreichen? Nun, klar ist, dass es in jeder Stadt Sehenswürdigkeiten gibt, die man gesehen sollte. Das sind aber nicht immer Sehenswerte Sachen. Es bringt dich nicht weiter, wenn du das siehst und machst, was alle anderen machen! Wen interessiert (natürlich gibt es auch Leute die das interessiert) es schon was Gebäude X gebaut wurde. Letztendlich entscheidest du was relevant ist für dich. Ich will dich nur für das Thema „echte“ Sehenswürdigkeiten sensibilisieren. Mainstream ist nicht immer cool. Es muss auch nicht immer Alternative und abgefuckt sein. Switch on you brain – Do what you want! ENJOY =)

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Nach dem Master-Studium in Wirtschaftsinformatik habe Ich - der Weltenbummler - mich direkt für ein Jahr und drei Monate auf Weltreise begeben. Ich bin Schauspieler, Börsenhändler, Business Analyst, SEO Spezialist und letztendlich auch Blogger. Scheue keine Herausforderung und suche immer das Abenteuer. Dabei ist das Reisen als Backpacker eines meiner größten Leidenschaften.

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